Verbriefungsmarkt
Verbrieft wird nicht mehr

Die Kreditkrise hat den Markt für Verbriefungen zusammenbrechen lassen. Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau fiel in Deutschland das gesamte verbriefte Kreditvolumen von 67 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf knapp 42 Mrd. Euro im Jahr 2007 zurück. Die Zahl der Transaktionen verringerte sich von 54 im Jahr 2006 auf 38 im Jahr 2007.

FRANKFURT. Im ersten Halbjahr 2008 war das Geschehen auf dem deutschen Verbriefungsmarkt weiterhin von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise geprägt. Das in acht Transaktionen verbriefte Kreditvolumen betrug lediglich 7,7 Mrd. Euro. Bei der Verbriefung werden Hypothekendarlehen strukturiert und in Form von Wertpapieren am Kapitalmarkt platziert. Der Vorteil für die Bank: Verbriefte Kredite belasten nicht mehr die eigenen Bücher und müssen daher auch nicht mit Eigenkapitel unterlegt werden.

Wann der Verbriefungsmarkt wieder in Gang kommt, ist derzeit kaum zu sagen. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft ist vergleichsweise optimistisch: "Obwohl der Handel mit Verbriefungen als Folge der Krise stark zurückgegangen ist, wird der Einbruch am Markt nicht dauerhaft sein." Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Markt sich künftig auf einem konservativeren Niveau normalisieren wird. Zwei Trends nämlich haben die Krise auf den Verbriefungsmärkten mit herbeigeführt: Zum einen wurden die Verbriefungen zunehmend komplizierter strukturiert, und zum anderen wurden Verantwortung und Risiken der Initiatoren sukzessive zu Lasten der Investoren reduziert. "Dennoch ist die Idee, Kreditrisiken durch Verbriefungstransaktionen weiterzugeben und breit zu streuen, volkswirtschaftlich richtig und sinnvoll", meint Peter Axmann, Leiter Unternehmensbereich Immobilienkunden bei der HSH Nordbank.

Das Eigenkapital der finanzierenden Banken allein ist längst nicht mehr ausreichend, um eine flächendeckende Versorgung mit Kreditkapital zu gewährleisten. Man werde aber künftig Investoren für entsprechende Papiere nur dann gewinnen können, "wenn es sich um klare und überschaubare Strukturen mit einer transparenten und angemessenen Aufteilung der Risiken unter den Beteiligten handelt", glaubt der Immobilienbanker. Denn das Vertrauen der Investoren muss erst einmal zurückgewonnen werden. Sie werden sich in Zukunft nicht mehr allein auf externe Ratings verlassen. Sie werden wieder selbst die zugrunde liegenden Risiken verstehen und einschätzen müssen.

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