Vergleichsstudie
Vorteile erweisen sich erst in der Praxis

Praxisbeispiele bei Büro- und Multifunktionsgebäuden zeigen, wie innovative emissionsfreie Energie- und Gebäudetechnik funktioniert und welche energetischen und wirtschaftlichen Vorteile sie hat.

HB BERLIN. Weil das Bürogebäude der großen Schweizer Ingenieurfirma Amstein + Walthert auf konventionelle Heiz- und Kühltechnik verzichtet, entsteht kein klimaschädliches Kohlendioxid mehr. Der Energieverbrauch sank um 80 Prozent gegenüber dem Altbau. Genutzt werden Erd- und Abwärme, und Betonplatten dienen als Speicher zur Kühlung der Raumluft.

Beim Forum Chriesbach der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich fallen keine Heizkosten und geringe Wartungskosten an. Vor der Holzfassade wenden beweglich Glaslamellen im Sommer Wärme ab und lassen im Winter viel Sonne ins Gebäude. Betondecken sorgen als Wärmespeicher für angenehme Raumtemperaturen. Nächtlich Querlüftung kühlt den Beton ab. Ein Drittel des Stroms liefert eine Photovoltaikanlage. "Den etwa 15 Prozent höheren Baukosten stehen spürbar niedrigere Energie- und Betriebskosten als bei konventionellem Baustil gegenüber", konstatiert Gerold Janzi, Leiter des Baubereichs der ETH-Forschungsanstalten.

Auch das Büro- und Produktionsgebäude der Firma Alki Technik in Ingolstadt verzichtet auf fossile Energieträger. Durch eine Wärmepumpe erhitztes Grundwasser läuft in Röhren durch Betondecken, Wände und Böden und wärmt Beton und Räume im Winter. Im Sommer wird zur Kühlung kaltes Grundwasser durch die Rohre gepumpt. "Die Kombination ist energetisch optimal", meint Wilhelm Zörner, Professor an der Fachhochschule Ingolstadt. "Sie erhöht den wirtschaftliche Wert des Gebäudes gegenüber konventionellen, bei denen Heiz- und Kühlkosten fast schon eine zweite Miete ausmachen", sagt der Architekt Peter Bachschuster.

Ein anderes Konzept lässt sich am Beispiel der Halle J des Güterverkehrszentrums in Ingolstadt beobachten, in dem Büros, Werkstätten, Hotel, Restaurant und Filmstudios beherbergt werden. Ausgeklügelt kombiniert es eine große Wärmepumpenanlage, die zum Heizen und Kühlen dient, mit Bayerns erster solarer Klimaanlage. Das sorge für niedrige und kalkulierbare Betriebskosten, erklärt Zörner. Der Wissenschaftler wird beide Bauten energetisch und wirtschaftlich vergleichen, um ein motivierendes Handbuch für Planungsbüros zu erstellen.

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