Verkauf von Darlehen an Investoren
Regierung will Häuslebauer schützen

Die Bundesregierung erwägt, den Verkauf von Immobilienkrediten durch Banken zu überprüfen. Das kündigte Staatssekretärin Barbara Hendricks (SPD) am Mittwoch im Finanzausschuss an. Hintergrund ist der zunehmende Verkauf von Kreditportfolios, insbesondere von Immobiliendarlehen an Finanzinvestoren.

HB FRANKFURT. Die Banken bereinigen mit dem Verkauf ihre Bilanzen und können notleidende Kredite abstoßen. In jüngster Zeit, so ein internes Diskussionspapier des Ministeriums, das dem Handelsblatt vorliegt, verkaufen die Geldhäuser aber auch zunehmend ordnungsgemäß bediente Immobiliendarlehen. Prinzipiell sei dagegen nichts einzuwenden, sagte ein Sprecher. „Diese Praxis birgt große Gefahren für Häuslebauer und für Mittelständler“, moniert dagegen FDP-Finanzexperte Frank Schäffler. Denn meist versuchten die Kreditkäufer, die laufenden Darlehen vorzeitig zu kündigen und den Kunden teurere Umschuldungen oder schlechtere Konditionen aufzudrängen. Laut Hendricks gibt es zum Schutz der Häuslebauer vier Ansatzpunkte. Erstens: ein Abtretungsverbot, das den Verkauf der Darlehen an Dritte verbietet. Zweitens: ein Umwandlungsrecht. Drittens: eine Informationspflicht des Verkäufers gegenüber dem Kreditnehmer und viertens eine Beaufsichtigung des Zweitmarktes für Kreditportfolios. Der Finanzausschuss will sich demnächst in einer Anhörung mit dem Thema beschäftigen; dabei soll es nicht nur um Immobiliendarlehen, sondern auch um Kredite an Mittelständler gehen.

2005 betrug das Volumen notleidender Kredite nach Schätzungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht rund 188 Mrd. Euro. Davon wurden nach Marktschätzungen Portfolios im Wert von rund zwölf Mrd. Euro verkauft. Zahlen über das Volumen ausgelagerter Immobiliendarlehen gibt es nicht.

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