Vermieter sollen Lohnanteil ausweisen
Mieter darf Nebenkosten von der Steuer absetzen

Des einen Freud, des anderen Leid. Mietern winken ab dem Veranlagungsjahr 2006 Steuerrückerstattungen, wenn sie in den Nebenkosten enthaltene Zahlungen an Handwerker in ihrer Steuererklärung geltend machen. Sie werden damit Wohnungseigentümern gleich gestellt, die Handwerkerleistungen bereits steuermindernd geltend machen konnten. Weil nur der Lohnkostenanteil an den Handwerkerleistungen absetzbar ist, müssen die Vermieter diesen Anteil nun in den Nebenkosten gesondert ausweisen.

HB DÜSSELDORF. Die Vermieter haben dadurch mehr Verwaltungsaufwand. Doch die Aufspaltung von Arbeitslohn und Materialkosten für die Nebenkostenabrechnung sei häufig nicht möglich, weil Handwerker die Positionen nicht getrennt auswiesen, stellt die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) fest. Deshalb plädiert die BIS dafür, Lohnkosten der Handwerker in den Nebenkosten pauschal anzusetzen. Mitglieder der BSI sind unter anderem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und Bundesverband Freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Paragraph 35a Einkommensteuergesetz (EStG) und ein Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 3.11.2006 (Az.: IV C4 -S 2296b - 60/06) regeln, welche haushaltsnahen Dienstleistungen die Steuerlast mindern. Mieter können jährlich jeweils 20 Prozent der Kosten, maximal 600 Euro, für haushaltsnahe Dienstleistungen allgemeiner Art, für Handwerkerleistungen und für Pflege- und Betreuungsleistungen in ihren Steuererklärungen ansetzen.

Der GdW hat in einem internen Papier eine Reihe typische Beschäftigungen, die Lohnkosten verursachen und im Rahmen von Nebenkostenabrechnungen auf Mieter umgelegt werden. Dies sind etwa Gebäude- und Dachrinnenreinigung, Gartenpflege, Winterdienst, Arbeit des Hausmeisters sowie Wartung von Aufzug, Heizung und Warmwasserversorgung.

Das Absetzen der Nebenkosten hat allerdings einen Haken. Wer seine Einkommensteuererklärung ohne die Hilfe eines Steuerberaters abgibt, muss dies bis Ende Mai des dem Veranlagungsjahr folgenden Jahres tun – also für 2006 bis zum 31.5.2007. Der Vermieter muss die Betriebskostenabrechnung jedoch erst bis zum Jahresende des Folgejahres vorlegen – zu spät für die Steuererklärung.

„Am praktikabelsten wäre eine Regelung, die es dem Mieter erlaubt, die Betriebskostenpositionen in dem Jahr steuerlich geltend zu machen, in dem er die Abrechnung erhält“, schildert GdW-Steuerreferentin Ingeborg Esser ein einfacheres Verfahren. Doch bevor die Finanzverwaltung diesem Vorschlag zustimmt, schlägt Esser vor: „Für den Veranlagungszeitraum 2006 raten wir Mieterinnen und Mietern, die begünstigten Aufwendungen in der Einkommensteuererklärung zu schätzen. Grundlage hierfür kann die letzte Betriebskostenabrechnung sein.“


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