Vermögensmanager erweitern Anlagespektrum
Dachfonds für Deutschland

Ausländische Vermögensverwaltungsgesellschaften wollen mit Immobilien-Dachfonds auf dem deutschen Anlagemarkt für institutionelle Investoren Fuß fassen.

DÜSSELDORF. In Kürze wird die britische Henderson Global Investors (HGI) mit dem Dachfonds Henderson Indirect Property Fund Europe (HIP), für den sie bereits 200 Mill. Euro eingeworben hat, offiziell auf den Markt gehen. Der Fonds trifft auf etablierte Angebote der schwedischen Aberdeen Property Investors (API) und der Immobiliensparte des amerikanischen Vermögensverwalters Franklin Templeton. Aberdeen verwaltet Immobilienvermögen im Wert von etwa 7,2 Mrd. Euro, HGI im Volumen von fast zehn Mrd. Euro.

Weitere Dachfondsanbieter stehen in den Startlöchern, etwa die Swisscap Investment Management (SIM) im Schweizer Pfäffikon, die mit der börsennotierten deutschen IVG Immobilien zusammenarbeitet.

An der Nachfrage für das neue Produkt gibt es keine Zweifel. Allein die deutschen Lebensversicherer werden nach Schätzung von Stephan Bone-Winkel, Inhaber eines Stiftungslehrstuhls an der Immobilienakademie der European Business School, in den nächsten Jahren ihre Immobilienanlagequote von aktuell fünf Prozent auf acht Prozent anheben. Schon daraus schließt er auf einen jährlichen Anlagebedarf von zehn Mrd. Euro in diesem und den beiden nächsten Jahren.

In Großbritannien werden seit sechs Jahren Immobilien-Dachfonds angeboten. HGI zufolge entfällt dort inzwischen ein Zehntel des Immobilienfondsgeschäftes auf dieses Vehikel. „Nun schwappt diese Produktkategorie auf den Kontinent über“, sagt Michael Englisch, der den HIP-Fonds entwickelt hat. Die Dachfonds konkurrieren hier zu Lande mit Immobilienbeteiligungs- sowie Immobilienaktiengesellschaften im In- und Ausland und den der deutschen Aufsicht unterstehenden Immobilienspezialfonds.

Für die Anlage in einen Dachfonds spricht, dass der Kunde keine Managementkapazität mit Suche und Auswahl geeigneter Fonds bindet. „Ein Dachfonds erlaubt dem Investor, sich weitgehend auf das Controlling zu beschränken“, sagt HGI-Manager Englisch. Er wirbt mit Risikostreuung über Ländergrenzen und deren unterschiedlichen Immobilienkonjunkturzyklen, wechselnden Nutzungsarten sowie verschiedenen Investmentstilen hinweg für das eigene Angebot.

Symon Godl, der für den Eon-Konzern die Investments in indirekte Immobilienanlagen managt, hat bereits in das Franklin-Templeton-Produkt investiert und prüft gerade ein HIP-Engagement. Dachfonds könnten Strategien schneller an Marktveränderungen anpassen als ein Einzelfonds, nennt Godl als weiteres Argument für Dachfonds. Zusätzliche Management-Gebühren reuen ihn nicht: „Was ich dafür zahle, kommt günstiger, als Lehrgeld zu zahlen auf Märkten, in denen uns das Know-how fehlt.“

Seite 1:

Dachfonds für Deutschland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%