Verpackung in handelbare Finanzprodukte
Immobilien werden mobil

Die weltweit bedeutendste Anlageklasse Immobilien gilt als wenig liquide. Doch das ändert sich. Seit geraumer Zeit entwickeln sich Immobilien zu einer mobilen – also handelbaren – Anlageklasse. Liegenschaften werden in handelbare Finanzprodukte verpackt und privaten Anlegern offeriert.

FRANKFURT. Verpackt in unterschiedliche Finanzprodukte wie Immobilienaktien, Reits, Fonds, Zertifikate und strukturierte Produkte werden Immobilien auch privaten Anlegern in kleineren Werteinheiten angeboten. Der Grund für die bisher geringe Handelbarkeit (Fungibilität) von Immobilien liegt darin, dass Liegenschaften per se wenig mobil sind und das in Gewerbe- und Büro-Immobilien investierte Kapital meist von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Fonds, Pensionskassen und Stiftungen stammt. Deren Anlagepolitik ist in der Regel langfristiger ausgerichtet als Investments privater Anleger. Die Anlageklasse Immobilien mag für Privatanleger reizvoll sein. Jeder private Kapitalanleger sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die großen Finanzinvestoren nicht nur die Chancen, sondern vor allem auch die Risiken der Immobilien durch Verpackung in Wertpapiere und strukturierte Produkte übertragen.

Der vorläufige Höhepunkt einer bemerkenswerten Entwicklung des bislang als Anlageklasse unterschätzten Vermögenswertes ist in der Kreation von Immobilien-Derivatemärkten zu sehen. Hier wird zum einen privaten Investoren Zugang zu der Anlageklasse geboten. Auf der anderen Seite erhalten die institutionellen Besitzer großer Immobilienvermögen die Chance, die durch die Globalisierung möglicherweise zunehmenden Risiken zu kontrollieren und besser zu steuern. An den US-Terminbörsen werden inzwischen zahlreiche Derivate auf Immobilienindizes gehandelt.

Der Reifeprozess schreitet weiter voran. Eine der bedeutendsten Anlageklassen wird damit in das vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bietende Umfeld moderner Finanzmärkte überführt. Diese Märkte sind von hoher Fungibilität, Liquidität und Transparenz geprägt.

Für Experten ist die jetzige Mobilmachung am Immobilienmarkt längst überfällig, da hier weltweit die größten Vermögen investiert seien. Experten des Immobilien-Finanzierers CBRE-Melody-GFI beziffern den Wert der US-Gewerbeimmobilien auf sechs Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Das weltweit in Aktien, Anleihen, Alternativ-Investments und Rohstoffe investierte Kapital liegt bei knapp zehn Billionen US-Dollar.

Wie können private Anleger in Immobilien investieren? Die für Deutschland neue Investmentform der so genannten Real Estate Investment Trusts (Reit) ist in den USA bereits seit 1960 eine beliebte Anlageform. In Deutschland sind Immobilienaktien in der Form von Reits rückwirkend zum 1. Januar 2007 eingeführt worden. Damit sollen zwei Ziele erreicht werden. Zum einen soll der hiesige Kapitalmarkt um ein fungibles, international konkurrenzfähiges Immobilienanlageprodukt erweitert werden. Zudem wird Unternehmen ein steuerlicher Anreiz geboten, ihr nicht betriebsnotwendiges Immobilienvermögen zu mobilisieren.

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