Viele Neuvermietungen
Kölns Immobilienmarkt spielt in der ersten Liga

Mit 116 000 Quadratmetern (qm) neu vermieteter Bürofläche hat die Rheinmetropole in den ersten sechs Monaten 2006 ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gleich um 21 Prozent verbessern können.

HB KÖLN. Laut Atisreal, einem der führenden Immobilien-Beratungsunternehmen in Deutschland, das beste Halbjahresergebnis in Köln überhaupt. Dieser neue Rekordwert bestätigt: Die Domstadt hat sich in der Spitzengruppe der deutschen Immobilienstandorte etabliert. Der Kölner Immobilienmarkt beweist seit langem Stabilität auf hohem Niveau. Schon in der mageren Zeit der Konjunktursohle zu Beginn des Jahrzehnts konnte sich Köln positiv vom bundesweiten Trend absetzen, der für manchen Wettbewerber heftige Einbrüche bei der Vermietungsleistung brachte. In den letzten drei Jahren schaffte Köln dann endgültig den Sprung in die erste Liga. Nach 203 000 qm im Jahr 2003 und 195 000 qm in 2004 konnte die Domstadt auch 2005 ihre Erfolgsserie fortsetzen: 236 000 qm Büroflächen wurden vermietet - ein neuer Rekord.

Der Zehnjahresvergleich bringt die ganze Dynamik, die sich hinter diesen Zahlen verbirgt, noch einmal auf den Punkt. Gegenüber 1995, als 52 000 qm vermietet werden konnten, hat Köln mit Überschreitung der 200 000-qm-Schwelle seinen Flächenumsatz vervierfacht. Das hohe Niveau des Vermietungskorridors von 200 000 qm bekommt dabei noch mehr Gewicht durch die Tatsache, dass Köln diese Leistung fast vollständig aus eigener Kraft stemmt. Der einzige externe Bereich, der in die Berechnungen eingeht, ist Hürth. Allerdings hat die Nachbargemeinde 2004 mit 4 100 qm einen eher bescheidenen Anteil zum Gesamtergebnis von beigetragen, 2005 waren es sogar nur 2 200 von 236 000 qm. Bei anderen Bürostandorten, ob Düsseldorf oder München, fließen in ganz erheblichem Umfang auch Vermietungen außerhalb der Stadtgrenzen ein.

Zur erfolgreichen Aufholjagd des Immobilienstandorts Köln haben ganz verschiedene Faktoren beigetragen. Zu den zentralen Bausteinen gehört die ausgezeichnete Infrastruktur. Köln ist - dank Rhein, Autobahnring, drei ICE-Terminals und seiner Rolle als Hub der Low-cost-carrier - europaweit die Stadt mit den besten Verkehrsanbindungen. Von der Innenstadt aus erreicht man nicht nur in wenigen Minuten den eigenen Airport, in einer halben Stunde ist man in Düsseldorf und was vielen nicht bewusst ist: zum Frankfurter Flughafen braucht man mit dem ICE eine Stunde - kaum mehr als von der Münchner City zum Münchner Flughafen. Für Unternehmen auf Standortsuche, von Microsoft oder AMB Generali über Wige Media, Luhns, Emme oder Giga-TV bis zu Wolters-Kluwer sind diese Verbindungen gewichtige Ansiedlungsargumente gewesen.

Ebenso überzeugend - auf ganz anderer Ebene - ist Köln als Stadt mit Charakter. Köln hat Ecken und Kanten, bietet kreatives Potenzial. Das ist eine Trumpfkarte allererster Güte. Es ist die typische Mischung aus erstklassigen harten Standortfaktoren, Weltoffenheit, Lebensfreude und Kreativpotenzial, die der Domstadt zu einem sehr breiten Wirtschaftsfundament verholfen hat und die sie für den Wettbewerb der Metropolen auch in Zukunft bestens rüstet.

So macht die jüngste Untersuchung von Empirica zur Entwicklung der Bürobeschäftigten die Stadt als einen der Gewinner des Strukturwandels aus. Bis 2015 legt Köln laut Prognose des Forschungsinstituts um 30 000 sozialversicherungspflichtige Bürobeschäftigte zu. Ein Zuwachs von zehn Prozent. Maßgeblich für Empirica ist die breite Wachstumsbasis, sprich die große Anzahl von wachsenden Wirtschaftszweigen in Köln.

Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung punktet Köln ebenfalls. Die Domstadt gehört zu den wenigen Zentren in Deutschland, die auch hier auf positive Effekte setzen können. Die Bevölkerungsprognose des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen vom Januar 2006 geht davon aus, dass Köln bis zum Jahr 2025 rund 82 000 Einwohner hinzugewinnt. Ein Plus von 8,4 Prozent und damit ein sehr deutlicher Bevölkerungszuwachs.

Aber nicht nur die Statistiken und Prognosen sprechen für Köln, auch der Service stimmt. So kommt im Rahmen unserer Initiativen, in deren Fokus optimale Rahmenbedingungen in Köln für die Wirtschaft stehen, dem neu eingerichteten Unternehmens-Service eine ganz zentrale Bedeutung zu. Er agiert als kommunaler "Anwalt" der Unternehmen und räumt großstadtbedingte Probleme bei Ansiedlungen oder Betriebserweiterungen aus dem Weg.

Studien wie die jüngste Analyse deutscher Großstädte durch Ernst & Young zeigen, dass wir auf bestem Weg sind: Unter allen Wettbewerbern erreicht Köln hier den Spitzenplatz bei der Bewertung durch die Geschäftsführer und Inhaber der befragten Unternehmen in punkto "Unterstützung durch die Stadtverwaltung". Gute Startbedingungen also für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Köln.

Der Autor ist Dezernent für Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Köln

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