Viertgrößter Emittent geschlossener Immobilienfonds legt Sanierungsplan vor
Fondsanbieter Falk droht die Insolvenz

Die Falk Capital AG, viertgrößter Anbieter geschlossener Immobilienfonds, versucht, durch eine Neuordnung der Geschäfte eine drohende Insolvenz abzuwehren. Kernpunkt des Sanierungsplans, den Falk Capital gestern vorstellte, ist die Ausgliederung des Emissionsgeschäfts in eine neue Gesellschaft, die Bayerische Fondskonzepte AG (BFK). Die BFK könne dann ohne Belastungen und Verpflichtungen agieren, sagte Falk-Vorstand Thomas Engels. Grund für die Schieflage sind sinkende Einnahmen und die gegenüber Fondsanlegern gegebenen Mietgarantien.

rrl DÜSSELDORF. Ob der Rettungsplan gelingt, hängt von diesen Anlegern wie auch von denen des von Falk 2003 aufgelegten und im September geschlossenen Zinsfonds ab. Der Zinsfonds finanzierte bisher Immobilienankäufe der Falk-Gruppe vor. Nun soll er die neue Gesellschaft finanzieren, indem er ihr rund 50 Mill. Euro Genussrechtskapital zur Verfügung stellt. Als Gegenleistung wird eine Vorzugsdividende auf dieses Kapital von acht Prozent jährlich in Aussicht gestellt. Bevor diese nicht gezahlt oder nachgeholt werde, bekämen die Aktionäre der BFK – Engels, Helmut W. Falk und Thomas Suk – keine Ausschüttung, sagte Engels.

Die BFK verpflichtet sich darüber hinaus, nach drei Jahren Anlegern 30 Prozent des Genussrechtskapitals zurückzuzahlen und stellt zudem die Börsennotierung durch Umwandlung des Genussrechtskapitals in Aktienkapital in Aussicht. So soll Zeit gewonnen werden, um bereits angekaufte und in Objektgesellschaften gehaltene Immobilien zu vermarkten – auch durch neue Fonds. Zudem will Engels das Fondsangebot „Umweltfonds“ erweitern, mit denen sich Anleger an Solar- und Biogasanlagen zur Stromerzeugung beteiligen können.

Damit der Sanierungsplan aufgeht, müssen zwei Drittel der 2 500 Zinsfonds-Gesellschafter dem Sanierungsplan zustimmen. Verweigern sie ihre Zustimmung, drohen ihnen im Falle der Falk-Insolvenz herbe Verluste. Das Szenario beschreibt Engels so: Die Banken würden dann auf die Immobilien in den Objektgesellschaften zurückgreifen, um ihre Ansprüche geltend zu machen. In der Folge müsste die vom Zinsfonds diesen Objektgesellschaften gegebenen nachrangigen Darlehen wertberichtigt werden – nach einem Wirtschaftsprüfer-Gutachten „mit hoher Wahrscheinlichkeit zu 100 Prozent“. Das würde bedeuten, dass diese Anleger 85 Prozent ihrer Einlagen verlieren.

Doch es kommt nicht allein auf die Zinsfonds-Anleger an. Auch die Anleger der Fonds Nr. 71, 72, 74 und 75 sollen Opfer bringen, indem sie 2005 Mietgarantien im Volumen von fünf Mill. Euro stunden. Bereits in diesem Jahr zahlte Falk Capital rund zehn Mill. Euro an die Anleger, weil Mietzahlungen ausfielen.

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