Villa in St. Tropez vor Verkauf: Leben wie Middelhoff in Frankreich

Villa in St. Tropez vor Verkauf
Leben wie Middelhoff in Frankreich

Ein Ferienaufenthalt in Südfrankreich ist für Häftlinge nicht drin – auch, wenn sie Thomas Middelhoff heißen. Die Villa des ehemaligen Arcandor-Managers soll einem laut Medienbericht zum Verkauf stehen.
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Saint-TropezWas nutzt eine prächtige Villa in St. Tropez, wenn man gerade zu drei Jahren Haft verurteilt wurde? Sehr wenig. Noch dazu sollen auf das Anwesen Hypotheken eingetragen sein und die Gläubiger stehen vor der Tür. Da verwundert es kaum, dass das Anwesen des ehemaligen Top-Managers Thomas Middelhoff verkauft wird.

Nach einem Bericht der Bild am Sonntag soll bereits ein Makler eingeschaltet worden sein, der „diskret“ nach zahlungskräftigen Käufern sucht. Der Kaufpreis des Zwei-Hektar-Anwesens in La Pierre Plantée soll bei rund 35 Millionen Euro liegen. Middelhoffs Anwälte sollen sich dazu aber nicht geäußert haben.


Der Ex-Manager wurde Mitte November vergangenen Jahres vor dem Landgericht Essen wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilt. Vorgeworfen wurden Middelhoff unter anderem zahlreiche Flüge in Hubschraubern und Charter-Jets, die nach Auffassung des Landgerichts ganz oder teilweise Middelhoffs Privatsphäre zuzurechnen seien, jedoch von Arcandor bezahlt wurden. Auch eine Festschrift soll zu Unrecht vom Konzern bezahlt worden sein.

Als Vorstandsvorsitzender habe er den Arcandor-Konzern mit „betriebsfremden“ Kosten von einer halben Million Euro belastet, befand Richter Jörg Schmitt – und ließ den 61-Jährigen wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft sperren. Das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig, da Middelhoffs Anwälte Revision eingelegt haben.

Schon in diesem Januar gab es neuen Ärger für den Ex-Manager. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat beim Essener Landgericht eine weitere Anklage gegen ihn erhoben. Die Ermittlungsbehörde wirft dem 61-Jährigen vor, als Chef des früheren Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor die Verantwortung dafür zu tragen, dass der angeschlagene Konzern noch im Februar 2009 insgesamt 800.000 Euro als Sponsoring an die britische Universität Oxford überwies, wie Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der 'Westdeutschen Allgemeinen Zeitung'. Bienioßek sagte, es bestehe der Verdacht, dass der Zahlung kein entsprechender Gegenwert für das Unternehmen gegenüber gestanden habe. Eine Stellungnahme von Middelhoffs Anwalt gab es auch dazu nicht.

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