Vonovia-Poker
Erste Anteilseigner beziehen Stellung

Vonovia-Chef Buch wirbt bei den Aktionären weiter für eine Fusion mit der Deutsche Wohnen. Dessen Vorstandsvorsitzender aber lehnt das ab. Erste Investoren schlagen sich auf eine Seite. Doch der Ausgang bleibt offen.

BochumDer Übernahme-Poker zwischen Vonovia, Deutsche Wohnen und LEG geht weiter: Während sich die meisten Investoren noch keine Meinung gebildet haben, haben sich einige Anteilseigner schon ganz klar auf eine Seite geschlagen – darunter auch die Investmentgesellschaft Cohen & Steers, die mit 1,1 Prozent Anteilen zu den zehn größten Aktionären der Deutsche Wohnen gehört. „Wir sind gegen den Vonovia-Deal“, sagt Fondsmanager Rogier Quirijns. Alleine oder zusammen mit der LEG könne die Deutsche Wohnen deutlich bessere Ergebnisse erwirtschaften und mehr Wert heben – bei weniger Risiko.

So habe Vonovia schon heute einen recht hohen Verschuldungsgrad, der mit der nächsten Transaktion auf über 60 Prozent steigen werde, rechnete er vor. Vonovia wolle mit der Deutschen Wohnen um jeden Preis wachsen. Ein anderer Großaktionär, der sich nur hinter vorgehaltener Hand äußern will, lehnt den Vonovia-Vorstoß aus ähnlichen Gründen ab. „Der Zusammenschluss von Deutsche Wohnen und LEG macht industriell mehr Sinn. Wir haben uns schon festgelegt.“

Die Fondsgesellschaft Union Investment steht auf der anderen Seite, wie Portfoliomanager Arne Rautenberg erläutert: „Definitiv Vonovia-Deutsche Wohnen.“ Der Zusammenschluss von Vonovia mit der Nummer zwei schaffe deutlich größere Synergien als bei dem anderen Szenario. Es sei wichtig, einen großen nationalen Branchenvertreter zu haben. Dass die Marktführerin ihren rasanten Wachstumskurs mit immer neuen Kapitalerhöhungen finanziert, die in immer kürzeren Abständen kommen, sieht Rautenberg nicht kritisch.

Vonovia habe den Wert je Aktie steigern können, das sei entscheidend. „Sicherlich kann dieses Wachstumstempo nicht gehalten werden - vor allem, wenn der Deal Vonovia-Deutsche Wohnen durchgeht“, erklärt Rautenberg. Denn dann gebe es schlicht keine so großen Zukaufsmöglichkeiten mehr.

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Erste Anteilseigner beziehen Stellung

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„So haben wir uns das nicht vorgestellt“

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