Vonovia und Deutsche Wohnen
Deutsche Wohnen will nicht geschluckt werden

Übernahmeschlacht im deutschen Immobilienmarkt: Die Nummer eins der Branche, Vonovia, will Deutsche Wohnen für knapp neun Milliarden Euro kaufen. Doch der zweitgrößte Immobilienkonzern hat andere Pläne.

FrankfurtDer Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will sich nicht vom Konkurrenten Vonovia übernehmen lassen und verfolgt stattdessen seine eigenen Pläne weiter. Vorstand und Aufsichtsrat halten die in Aussicht gestellte Prämie auf den letzten Schlusskurs der Aktie für „unattraktiv und inadäquat“, teilte Deutsche Wohnen am Mittwoch mit. Sie reflektiere in keiner Weise das Wachstumspotenzial und die Qualität des Immobilienportfolios. Daher weise man den Vorstoß von Vonovia zurück und halte weiter an einer Übernahme des Konkurrenten LEG fest. Die Nummer eins der Branche, Vonovia, hatte am Vormittag angekündigt, den zweitgrößten Anbieter Deutsche Wohnen für knapp 9 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Deutsche Wohnen befindet sich gerade selbst in einem Übernahmeprozess und will sich den Konkurrenten LEG Immobilien einverleiben. Genau darauf zielt auch die Offerte von Vonovia ab. Diese gilt nämlich nur für den Fall, dass Deutsche Wohnen die Übernahme von LEG absagt. Bis zum 28. Oktober hätten die Aktionäre Zeit gehabt, den Deal abzulehnen.

„Wir sind nach eingehender Analyse davon überzeugt, dass wir damit eine im Vergleich zur angekündigten Übernahmeofferte der Deutsche Wohnen für die LEG Immobilien attraktivere und strategisch sinnvolle Alternative anbieten können“, erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch noch am Vormittag. Die Ablehnung des Übernahmeangebots durch das Unternehmen dürfte der Vonovia-Chef gelassen sehen. Was das Management wolle, sei aber ohnehin nicht mehr wichtig, betonte Buch. „Jetzt entscheiden die Aktionäre.“

Er habe darüber auch im Vorfeld mit Investoren beider Unternehmen gesprochen. Buch bezifferte den Wert der Übernahmeofferte „auf voll verwässerter Basis“ auf 9,9 Milliarden Euro. Einschließlich Schulden müsste Vonovia für die Deutsche Wohnen sogar 14 Milliarden Euro hinlegen.

Beim Deutschen Mieterbund stießen die Pläne auf scharfe Kritik. Durch derartige Transaktionen der Großvermieter entstehe keine einzige neue Wohnung für den deutschen Wohnungsmarkt, meinte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten. „Statt Wohnungshandel ist Wohnungsneubau notwendig“, meinte er.

Durch die geplante Übernahme würde der Wohnungsbestand des größten deutschen Immobilienunternehmens von derzeit 370 000 auf mehr als 500 000 Wohnungen steigen. Dafür will Vonovia - in bar und in Aktien - fast neun Milliarden Euro zahlen. Einschließlich der Prämien und Schulden läge der Transaktionswert nach Unternehmensangaben sogar bei 14 Milliarden Euro.

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Warum die Immobilienkonzerne nach Größe streben

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