Vonovia vs. Deutsche Wohnen: Der Häuserkampf ist bald vorbei

Vonovia vs. Deutsche Wohnen
Der Häuserkampf ist bald vorbei

Der Nervenkrieg zwischen Deutschlands größtem Wohnungsvermieter Vonovia und Deutsche Wohnen geht heute zu Ende. Frühestens Mittwochmittag wird bekannt, wer ihn gewonnen hat.

Düsseldorf/FrankfurtDeutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia muss um die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen (DW) bangen. Am Dienstag nannte Vonovia eine gegenüber dem Vortag eine unveränderte Annahmequote von 28,7 Prozent, die den Stand vom Montagvormittag wiedergibt. Im Lager der Vonovia-Unterstützer wird befürchtet, dass der Börsencrash den Bochumern zum Verhängnis werden könnte. Großanleger hätten gegenwärtig andere Sorgen als über das Angebot der Bochumer für DW zu entscheiden. Es gehe für sie um wichtigeren Engagements bei Banken und in der Autoindustrie, die unter massivem Druck stehen.

Vonovia wollte sich nicht zum Stillstand bei den Andienungen äußern. DW bekommt dagegen Oberwasser. „In Anbetracht der heutigen Wasserstandsmeldung sind wir optimistisch, dass die Übernahme scheitern wird.“

Bis Dienstag um Mitternacht konnten DW-Aktionäre noch elf eigene Aktien gegen sieben Vonovia-Titel plus 83,14 Euro tauschen. Mit der Bekanntgabe des Ergebnisses wird nicht vor Mittwochmittag gerechnet. Dann wird sich herausstellen, ob es Vonovia-Chef Rolf Buch gelungen ist, einen Konzern mit einer halben Million Wohnungen zu schmieden und er versuchen kann Größenvorteile im Einkauf, Finanzierung und bei den Verwaltungskosten zu generieren. Oder ob sein Kontrahent Michael Zahn mit seiner Abwehrarbeit die Selbständigkeit von DW mit ihrem Fokus auf den boomenden Berliner Wohnungsmarkt erhalten hat.

Auf dem Papier betrachtet ist der Börsencrash positiv für Vonovia. Das Gewicht der Barkomponente im Übernahmeangebot steigt. Die Devise in dieser Situation lautet: Lieber Geld in der Hand, als Aktien im Depot. Auch die Prämie, die DW-Aktionäre kassieren können, wenn sie Vonovia ihre Aktien andienen ist auf rund acht Prozent gestiegen. „Einige Investoren werden wohl die getauschten Vonovia- Aktien verkaufen. Das kann dazu führen, dass der Vonovia-Kurs sinkt und die rechnerische Prämie nicht in vollem Umfang realisiert wird“, überlegt Bernd Janssen, Immobilienaktienanalyst der Investment-Boutique Victoria Partners.

Noch nicht beendet ist die Diskussion, ob Vonovia sich die durch den Tausch von Wandelanleihen in Aktien entstehenden zusätzlichen Anteile an DW zurechnen darf. Dabei geht es vor allem darum, ob DW die Zurechnung durch eine Barabfindung an die Wandelanleihegläubiger verhindern kann. In Finanzkreisen heißt es, DW müsse bis heute 24 Uhr, dem Ablauf der Andienungsfrist erklären, ob sie in Cash wandeln wolle.

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