Vor allem die öffentliche Hand verkauft per Auktion
Wenn Häuser unter den Hammer kommen

Mit diesem Ergebnis hatte selbst Hans Peter Plettner nicht gerechnet. Als der öffentlich bestellte und vereidigte Grundstücksauktionator aus Berlin auf seiner diesjährigen Frühjahrsauktion die Katalognummer 185 aufrief, begann ein Bietergefecht, bei dem am Ende das angesetzte Auktionslimit um mehr als das Doppelte überschritten wurde: Mit 150  000 Euro stand Schloss Basedow in der mecklenburgischen Schweiz im Katalog, bei 360  000 Euro fiel schließlich der Hammer.

HB, DÜSSELDORF. „Passenderweise war es ein Bieter aus der Schweiz, der den Zuschlag erhielt“, erinnert sich Plettner, Vorstand der Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) in Berlin.

Das 1984 gegründete Unternehmen, eines der wenigen Immobilienauktionshäuser Deutschlands, ist mit inzwischen drei Töchtern zum Marktführer avanciert. Allein vier Mal im Jahr bittet Plettner zur Versteigerung ins Schöneberger Rathaus am John-F.-Kennedy-Platz. „Dabei werden durchschnittlich 85 Prozent der aufgerufenen Objekte auch tatsächlich zugeschlagen“, berichtet Plettner. Ein Argument, das vor allem Bund, Länder und Gemeinden überzeugt. Sie sind inzwischen die wichtigsten Kunden der DGA geworden. „Da die öffentliche Hand nur per Ausschreibung verkaufen darf, bietet das transparente, öffentliche Verfahren der Auktion eine gute Alternative.“

Auch Benny Moldovanu ist ein Fan von Auktionen: „Es gibt wohl keinen effizienteren Marktmechanismus als die Versteigerung“, schwärmt der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Und das sei bei Immobilien nicht anders als bei Kunst, Antiquitäten oder UMTS-Lizenzen. Besonderer Pluspunkt der Auktion: Die direkte Konkurrenz der Bieter sorgt für eine transparente – und faire – Preisfindung. „Davon profitieren Käufer und Verkäufer gleichermaßen, es entsteht eine klassische Win-win Situation.“ Der Wirtschaftstheoretiker mit Forschungsschwerpunkt Auktionen ist deshalb überzeugt, dass Versteigerungen hier zu Lande an Bedeutung gewinnen werden – auch bei Immobilienkäufern. Die können schon heute ihr Glück auf Auktionen versuchen – sogar ohne sich in das komplizierte Regelwerk einer Zwangsversteigerung beim Amtsgericht einarbeiten zu müssen.

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