Vor allem Wohnungen sind begehrt
Der „Westhafen“ belebt Frankfurts Mainufer

Als pure Erfolgsgeschichte verkauft die Stadt Frankfurt die Umnutzung ihres ehemals kaum ausgelasteten Hafenstandortes „Westhafen“. 1994 veräußerte sie das Areal an die Grundstücksgesellschaft Westhafen mbH (GGW), der heute noch die OFB-Gruppe, Max Baum Immobilien GmbH und die Aareal Immobilien Management AG angehören. Der Kaufvertrag legt fest, dass die Stadt am Entwicklungserfolg des Uferquartiers mit 125 000 Quadratmetern Grundstücksflächen zu 50 Prozent beteiligt wird.

HB DÜSSELDORF.„Für die Stadt ist die Belebung des Wasserstandortes in jedem Fall ein Gewinn. Trotz Büromarktkrise“, sagt Thomas Berge, Prokurist der Westhafen Projektentwicklungsgesellschaft (WPE), die für das Controlling zuständig ist und an der die Stadt und die GGW zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Allein die GGW habe hier 100 Millionen Euro investiert, insgesamt sind 95 970 Quadratmeter Büro- und knapp 65 000 Quadratmeter Wohnfläche realisiert worden.

„Wer hier wohnt, fühlt sich fast wie am Mittelmeer“, schwärmt Projektentwickler Jürgen Groß, Geschäftsführer der Groß & Partner Grundstücksgesellschaft, die am Westhafen gleich drei bedeutende Neubauten realisiert hat: die Büroimmobilien „Torhaus“ und „Westhafen Pier“ sowie fünf eigenständige Wohngebäude mit 81 Einheiten – Mainblick inklusive. Im Herbst dieses Jahres sollen die ersten Mieter in die 59 bis 150 Quadratmeter großen Luxuswohnungen einziehen, Eigentümerin ist die Bayerische Versorgungskammer.

Auch die Wiesbadener Baubecon Projekt GmbH wurde am Westhafen aktiv und bietet im Ensemble „PortDuo“ 36 Maisonettewohnungen an – zu Preisen ab 190 000 Euro. „Wir haben 80 Prozent der Wohnungen verkauft“, zeigt sich Andreas Chinigo, Direktor Unternehmenssteuerung bei der Baubecon, zufrieden. Noch in diesem Jahr werde mit der Errichtung weiterer 40 Einheiten begonnen. Das Grundstück habe man bereits erworben. Mit Absatzproblemen rechnen die Akteure nicht. Im Gegenteil: Man fürchtet, von Anfragen überrollt zu werden.

Zäh indes verläuft die Vermarktung der beiden Bürohäuser. Das „Pier“, Gemeinschaftsprojekt von Groß & Partner sowie Max Baum Immobilien GmbH für den offenen Immobilienfonds SEB Immo-Invest, füllt sich erst allmählich. Derzeit haben noch 30 Prozent der 14 400 Quadratmeter Fläche keine Nutzer. Von den 13 800 Quadratmetern Bürofläche im „Torhaus“, im Besitz der Pensionskasse der Hoechst-Gruppe, sind sogar noch knapp 80 Prozent im Angebot.

Noch ärger trifft es den „Westhafen Tower“. Zirka 20 000 von knapp 30 000 Quadratmetern Bürofläche, die der Projektentwickler OFB realisiert und an die Mann GmbH verkauft hat, stehen leer. Für rund 28 Euro pro Quadratmeter sei der Turm kalkuliert, sagt Oliver Schön vom Maklerhaus Colliers Property-Partners in Frankfurt. Die Effektivmiete am Standort läge derzeit jedoch bei 16 bis 20 Euro. „Der Westhafen hat sich zwar als interessante Konkurrenz zur guten Frankfurter Citylage etabliert. Doch die Mieten liegen dort rund 30 Prozent unter dem ursprünglichen Preis“, sagt er.

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