Vorfälligkeitsentschädigung
Banken wiegeln bei Kreditkündigung ab

Viele Banken und Bausparkassen schicken ihren Kunden nach einem vorzeitig aufgelösten Hypokredit zu hohe Endabrechnungen, hatte der Bundesgerichtshof bereits im November festgestellt (XI ZR 285/03). Bis heute weigern sich viele Geldhäuser, diese Abrechnungen zu korrigieren.

Hintergrund: Banken dürfen für abgebrochene Kredite einen Ausgleich ihrer Einbußen verlangen. Für die Berechnung, wie viel ihr zusteht, muss die Bank vom entgangenen Gewinn den Betrag abziehen, den sie mit einer Wiederanlage des zurückgezahlten Kredits einnimmt. Je niedriger diese Einnahme, desto mehr kann die Bank ihrem Kunden berechnen.

Gern gewähltes Mittel: Die Bank kalkuliert mit hypothetischen Erträgen aus Pfandbriefindizes. Diese sind nach Untersuchungen der Verbraucherzentrale in der Regel niedriger als die von der Bundesbank veröffentlichten echten Werte. Einen dieser Indizes, den so genannte Pex, hat der BGH daher für inakzeptabel erklärt. Es sei stattdessen "die Statistik der Deutschen Bundesbank zu befürworten".

Das Urteil betreffe nur einen Einzelfall, wiegeln jetzt etliche Banken ab. Insbesondere sei der dem Pex ähnliche Index DGZF in Ordnung. Dabei sind die Zahlen meist noch nachteiliger für die Kunden. Diese sollten sich deshalb nicht beeindrucken lassen, oft sind die Argumente der Banken falsch. Ihr einzig stichhaltiges Argument: Das Urteil gilt nur, wenn die Bank verpflichtet war, ihre Kunden aus dem Kredit zu entlassen. Dazu muss ein wichtiger Grund vorgelegen haben - etwa der Verkauf der finanzierten Immobilie.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 5 / 26.01.2006

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