Vorsicht vor Beteiligungen an Immobilienprojekten am arabischen Golf
In Dubai auf Sand gebaut

Georg Recker steht auf dem Dach eines der unzähligen Apartmenthäuser in Dubai Marina. Er ordnet noch mal seinen Hemdkragen und zupft am Revers seines Maßanzugs. Er hat sich fein gemacht für die Kamera. Gleich wird er Sätze sagen wie: „Der Bauboom in Dubai ist grenzenlos.“

DUBAI. Oder: „Wenn auch Sie vom Bauboom in Dubai profitieren wollen, dann zeichnen Sie den Dubai-1 000-Hotel-Fonds.“ Und dabei wird sein Blick über eine der drei Palmeninseln gleiten – jenes Bauvorhaben, das sie in Dubai Luxusanbetern gern als achtes Weltwunder verkaufen.

Recker ist ein Mann wie aus einem Hochglanzprospekt. „Mit 21 war ich Finanzfachwirt, mit 23 MBA und Orgel spielen kann ich auch.“ Mein Haus, mein Auto, mein Immobilienfonds.

Recker will das größte Hotel in Dubai bauen, eine Herberge mit 1 000 Zimmern und 50 Suiten. 150 Mill. Euro will er dafür von deutschen Anlegern einsammeln. Reckers Fonds ist der größte von zurzeit sechs geschlossenen Dubai-Immobilienfonds. Sie alle suggerieren den Anlegern, sie könnten am sagenhaften Bauboom des Landes mit satten Gewinnen teilhaben.

Der Boom wird angefacht durch die rasant gewachsenen Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Die Standard Chartered Bank schätzt, dass die Öleinnahmen in den Golfstaaten in diesem Jahr um 50 Mrd. auf 265 Mrd. Dollar steigen.

„Bis zum Jahr 2008 sollen 80 Großprojekte wie die Palmeninseln, der Vergnügungspark Dubai Land oder das größte Gebäude der Welt, der Burj Dubai, realisiert werden“, sagt André Adami, Analyst der Fondsratingagentur Scope. Seit Ausländer in Dubai Immobilien erwerben dürfen, hat die Bautätigkeit nochmals zugenommen. Gegenwärtig sind mehr als 300 Hotels im Bau.

Überkapazitäten scheinen zwar nur eine Frage der Zeit, doch noch hält die Nachfrage mit dem Angebot mit. „Die Hotelauslastung liegt im Jahresdurchschnitt bei 85 Prozent“, sagt Lubna K. al Qasimi, Wirtschaftsministerin in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zum Vergleich: Deutsche Hotels sind froh, wenn ihre Auslastung 70 Prozent überschreitet. Die Zahl der Touristen hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf 5,4 Millionen verdoppelt. Durch den Zustrom ausländischer Arbeitskräfte wächst die Bevölkerung des Emirats jährlich um acht Prozent. „Weil der Wohnungsbau nicht hinterher kommt, mieten die meisten Unternehmen vorerst Hotelzimmer für ihre neuen Mitarbeiter“, sagt Adami.

Seite 1:

In Dubai auf Sand gebaut

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%