Wachstumsperspektiven
Einkaufszentren ersetzen den Basar

Die Türkei wächst. Wirtschaftlich, vor allem mit den Bevölkerungszahlen. Shoppingcenter haben daher nach Expertenmeinung gute Perspektiven. Entwickler und Investoren aus Deutschland entdecken nun die Türkei als lohnendes Ziel.

DÜSSELDORF. "Die Türkei ist kein Abenteuerland für Shoppingcenter", sagt Markus Derkum, Geschäftsführer bei der Jamestown US-Immobilien. Der Kölner Fondsinitiator trat bisher ausschließlich als Anbieter geschlossener US-Immobilienfonds auf. Doch im Mai ließ Jamestown die Katze aus dem Sack. "Wir wollen neue Geschäftsfelder erschließen und in der Türkei in den nächsten Jahren eine ähnlich schlagkräftige Organisation wie in den USA aufbauen."

Shoppingcenter haben die Kölner im Blick. Der Grund: Die Türkei ist in Europa das einzige Land mit stark wachsender Bevölkerung. Viele junge Menschen, das bedeutet viel Konsum. "Offiziellen Prognosen zufolge wird die türkische Bevölkerung von derzeit etwa 72 Millionen Menschen bis 2015 um rund zehn Millionen Menschen beziehungsweise 13,9 Prozent zunehmen. Das Durchschnittsalter beträgt derzeit 28 Jahre. Zum Vergleich: In der EU sind es 40 Jahre", rechnet Derkum vor. Die Menschen ändern ihren Lebensstil, der Lebensstandard wächst.

Neben modernen Wohnungen und Bürogebäuden sind auch Freizeitimmobilien und hier vor allem klimatisierte Einkaufszentren gefragt. Der Hamburger Shoppingcenter-Entwickler ECE ist bereits seit sieben Jahren in der Türkei und betreibt sieben Center - vier in Istanbul, je eines in Antalya, Ankara und Eskisehier - mit insgesamt 300 000 Quadratmetern (qm) Verkaufsfläche. Während die Hamburger sich auf die türkischen Großstädte konzentrieren, hat Jamestown vor allem die Klein- und Mittelstädte der "demografischen Gewinner-Nation Türkei" im Visier. Das Modell: In Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern wollen die Kölner in das erste und größte Shoppingcenter am Platz investieren und, so Derkum, eine "Markteintrittsbarriere für andere sein". Einen Development- und Baupartner zur Umsetzung seines Planes sucht er noch.

Haargenau das gleiche Ziel verfolgt Angelika Kunath. Die Geschäftsführerin des Fondshauses Hamburg will einen Fonds für Privatanleger auflegen, der ebenfalls in "prime locations in türkischen Mittelstädten" investiert. Dazu benötigt sie wie Jamestown-Manager Derkum lokale Entwicklungspartner, die das Shoppingcenter bauen und vielleicht auch betreiben. "Die Pläne sind sehr konkret. Im ersten beziehungsweise zweiten Quartal 2009 werden wir einen dreistelligen Millionenbetrag in eine türkische Shoppingcenterentwicklung investieren", erklärt sie. Bei der Partnersuche muss sie sich beeilen, denn eine "Markteintrittsbarriere" für andere können auch die Norddeutschen nur dann sein, wenn sie vor allen anderen da sind. "Die Konzentration auf Bestlagen in Mittelstädten hat in Zentraleuropa gut funktioniert und das gleiche Konzept wollen wir jetzt auch in der Türkei umsetzen", sagt Fondshaus-Hamburg Chefin Kunath.

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