Wegen der politischen Stabilität bleibt Ungarn für Immobilieninvestoren dennoch ein interessanter Markt
In Budapest sinken die Bürorenditen

Die Erweiterung der Europäischen Union hat das Interesse westlicher Investoren an den Immobilienmärkten Mittel- und Osteuropas erhöht. So ist auch Ungarn in ihr Blickfeld geraten. Dem Land wird politische Stabilität attestiert, die klaren rechtlichen Rahmenbedingungen werden gelobt.

HB BUDAPEST.Experten erwarten, dass auf dem Gewerbeimmobilienmarkt vor allem deutsche Käufer das Geschehen maßgeblich bestimmen werden.

„Der Markt spürt, dass die größten Käufer der nächsten Jahre die deutschen Fonds sein werden“, sagt Thierry Delvaux, Geschäftsführer von Jones Lang Lasalle (JLL) in Budapest. Die Deutschen seien genügsamer, wenn es um die Rendite gehe. „Während Iren und Amerikaner noch auf acht oder neun Prozent schielen, sind die Deutschen schon mit sieben Prozent zufrieden“, stellt Delvaux mit Blick auf die offenen Immobilienfonds, die den Büromarkt im Visier hätten, fest (s. Grafik „Büromarkt ...“).

Auch wenn die Mietrenditen auf dem ungarischen Büromarkt nachgeben , so liegen sie immer noch deutlich über den Werten, die in westlichen Hauptstädten erwirtschaftet werden können. Während moderne Bürogebäude in Metropolen wie München, London und Brüssel zwischen 5,2 und 6,2 Prozent rentieren, können in Budapest gegenwärtig Werte zwischen acht und 8,5 Prozent erzielt werden. JLL-Analysten gehen davon aus, dass die Rendite auf dem Büromarkt bis Ende 2004 auf knapp acht Prozent sinken wird. Die Experten des Maklerunternehmens Aengevelt beobachten außerdem, dass zunehmend längerer Mietlaufzeiten vereinbart werden. Das erhöhe die Investitionssicherheit.

Auch Einzelhändler aus dem Westen zieht es nach dem EU-Beitritt nach Ungarn. „Den ersten spürbaren Einfluss auf den Immobilienmarkt registrierten wir beim Einzelhandel“, meint Michael Smithing Geschäftsführer des Immobilienberaters Colliers International. Nach dem Fall der Binnengrenzen und einer einfacheren Zollabwicklung sei es kaum noch problematisch, große Textilhäuser, Modeshops, Drogeriemärkte und Parfümerieketten von westlichen Konzernzentralen aus zu dirigieren. So sei die deutsche C & A gerade auf dem Sprung nach Ungarn.

Die westlichen Einzelhändler profitieren vom wirtschaftlichen Wachstum in Ungarn, das dieses Jahr etwa 3,5 Prozent betragen wird, und von den steigenden Realeinkommen. Auf Grund ihrer Attraktivität für zahlungskräftige Kunden sind die westlichen Einzelhandelsketten am ehesten in der Lage, die hohen Mieten in Budapester Einkaufszentren von bis zu 70 Euro pro Quadratmeter zu verkraften. Derzeit befinden sich die Shopping- Center in der Hauptstadt in einem Prozess der Konsolidierung. Ihre Besitzer bemühen sich, die Palette der Mieter zu verbreitern. Neben Modeshops, Schuhläden und Parfümerien halten immer öfter Lebensmittelläden, Computergeschäfte, Friseure, Banken, Cafes und Restaurants Einzug in diesen Zentren.

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