Weltbank warnt
Chinas Immobilienmarkt gerät außer Kontrolle

Bereits seit Jahrzehnten kämpft die chinesische Regierung gegen den sich stetig stärker aufblähenden einheimischen Immobilienmarkt. Nun warnt die Weltbank davor, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte.  
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Peking"Es gibt derzeit zahlreiche Faktoren, die zu den Risiken in diesem Segment beitragen", sagt Ardo Hansson, Weltbank-Chefökonom für China. Spekulanten und die Regierung nehmen den Markt in die Zange. Auf der einen Seite ist die hohe Nachfrage, die die Preise nach oben treibt. Auf der anderen Seite steht die Regierung, die bisher vergeblich versucht hat, die Kauflust zu dämpfen. "Die Interaktion zwischen beiden Kräften könnte zu einem Abschwung führen, der plötzlicher kommt als geplant", sagt Hansson. Gerade der Immobilienmarkt sei schwer zu steuern und laufe leicht aus dem Ruder. 

Seit den 1990er-Jahren kämpft die chinesische Regierung gegen die Neigung der einheimischen Häuser- und Büromärkte zur Blasenbildung. Die Wirtschaft wächst. Die Menschen verdienen mehr Geld und wollen bessere Wohnungen. Firmen brauchen größere Gewerbeflächen. Doch zugleich spekulieren Privatleute und Firmen mutig auf immer weiter steigende Preise. "Die Leute benutzen Immobilien als Investmentvehikel, da die anderen Anlageklassen im Lande noch nicht so stark entwickelt sind", erklärt Hansson die enormen Zuflüsse. Zu diesen anderen Klassen zählen Aktien und Anleihen. 

Die Regierung hat bereits eine Reihe von Direktiven erlassen, die den Preisauftrieb bekämpfen sollen. Die Banken dürfen beispielsweise immer weniger Immobilienkredite vergeben. Die Käufer müssen zudem rund die Hälfte der Summe mit eigenem Geld anzahlen. Staatsbetriebe sollen gar nicht mehr bei Landgeschäften mitmischen. An Brennpunkten wie Peking und Chongqing führen die örtlichen Regierungen Grundsteuern ein. Es werden Sozialwohnungen gebaut, um den Druck aus dem Markt zu nehmen. 

Experten bezweifeln jedoch, ob das alles reicht. "Der Druck auf die Regierung steigt weiter, wirklich wirksame Kontrollen einzuführen", sagt Analyst Cai Juan von China Minzu Securities. "Bisher ist die deutlich sichtbare, substanzielle Korrektur der Preise ausgeblieben." Die Weltbank und andere Organisationen fordern nun eine strengere Geldpolitik, um überschüssige Liquidität aus dem Markt zu holen. Hohe Außenhandelsgewinne und die Konjunkturprogramme zu Zeiten der Wirtschaftskrise haben dazu geführt, dass derzeit mehr als reichlich Geld im Umlauf ist und die Spekulation anheizt. 

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