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29.10.2007 
Finanzierungslücke bei der Immobilienfinanzierung

Wenn die Rechnung nicht aufgeht

von C. Rometsch

Viele Bauherren hoffen, mit Hilfe einer Kapitallebensversicherung bei der Finanzierung ihrer eigenen vier Wände Geld zu sparen. Das zumindest verspricht so manche Bank, wenn sie eine Lebensversicherung als Tilgungsinstrument empfiehlt. Doch oft geht diese Rechnung nicht auf.

Wer die eigenen vier Wände mit einer Kapitallebensversicherung finanziert, zahlt häufig drauf.

Wer die eigenen vier Wände mit einer Kapitallebensversicherung finanziert, zahlt häufig drauf.

DÜSSELDORF. Zuletzt häuften sich die Fälle von Kreditnehmern, die mit Ablauf ihres Darlehensvertrages auf einer erheblichen Finanzierungslücke sitzen blieben, beobachtet Heinrich Bockholt, Professor an der Fachhochschule Koblenz. Der Grund: Die Versicherung brachte nicht den erhofften Gewinn.

Das Modell funktioniert so: Der Bauherr zahlt die Zinsen für seinen Kredit, doch keine Tilgung. Dafür überweist er Monat für Monat Prämien in eine Lebensversicherung, die dann am Ende der Laufzeit den Kredit auf einen Schlag tilgen soll.

Das kann sich lohnen: Aber nur dann, wenn die Rendite der Lebensversicherung deutlich höher ausfällt als die Zinsen, die der Kunde an die Bank zahlen muss. Doch dies funktioniert häufig nicht mehr, seit die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen sinken. Sie sind zwar nicht garantiert, machen das Modell aber für den Kunden überhaupt erst attraktiv – und dienen deshalb vielfach als Berechnungsgrundlage.

„Baufinanzierungen mit Lebensversicherungen haben in der Vergangenheit bei Privatkunden Milliardenschäden angerichtet“, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. In der Regel mache der Kunde mit dieser Finanzierungsform ein schlechtes Geschäft.

Anders sieht das bei den Banken aus: Für sie sei die Finanzierung mit Lebensversicherungen durchaus lukrativ, sagt Nikolai Raich, Vorstand des Deutschen Kreditnehmer Vereins. Durch den Verkauf einer Lebensversicherung bekomme die Bank zwei bis vier Prozent der Beitragssumme als Provision. „Das ist nichts anderes als eine verdeckte Provisionierung“, sagt Raich. Eine höhere Bearbeitungsgebühr nämlich würde der Kunde bemerken.

Bei der Versicherung sei es aber nicht ersichtlich, wie viel die Bank daran verdiene. Für den Kunden habe das sogenannte „endfällige Tilgungsmodell“ jedoch mehr Nach- als Vorteile, sagt Baufinanzierungsexperte Gottschalk. Zum einen sei dies die Unsicherheit, ob die durch die Lebensversicherung angesparte Summe am Ende auch reiche.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein weiterer Haken

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