Wenn ein Investor sein Geld wiederhaben will, kommt es aufs Detail an
Hoffnung für geprellte Immobilienkäufer

Nach den jüngsten Gerichtsurteilen zu so genannten Erwerbermodellen steigen die Chancen auf Schadensersatz.

DÜSSELDORF. So mancher Immobilienanleger bereut heute, dass er vor Jahren eine Eigentumswohnung zur Vermietung gekauft oder sich an einem geschlossenen Immobilienfonds beteiligt hat. Vor allem mit Eigentumswohnungen, die als so genannte Erwerbermodelle vermarktet wurden, wurden in den 90er-Jahren viele Anleger geschröpft.

Das Muster von damals funktioniert zum Teil auch heute noch: Der Anleger kauft eine überteuerte Wohnung, die er oft auch noch modernisieren muss. Eigenkapital braucht er nicht. Die Bank finanziert alles, auch die üppigen Provisionen der Wohnungsvermittler und die Gebühren für die Treuhänder. Die bieten ein Rundum-Sorglos-Paket. Vom Anleger bevollmächtigt, kaufen sie unter anderem in seinem Namen die Wohnung, unterschreiben für ihn den Darlehensvertrag und wickeln Zahlungen, Eigentumsübertragungs- und Grundbuchformalitäten ab. Die Kredite der Banken sollen dann später aus Mieten und anfänglichen Steuerersparnissen beglichen werden, was in der Praxis oft nicht gelingt, weil die Mieten unrealistisch hoch angesetzt wurden.

Der Düsseldorfer Anwalt Julius F. Reiter spricht von Methode: „Wenn Anleger die Verträge ständig selber hätten unterschreiben müssen, wären sie misstrauisch geworden.“

Das Geschäft mit den Fonds lief ähnlich ab. Auch hier wurden Treuhänder zwischengeschaltet. Als hätten die GmbH & Co KGs oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) nicht schon genug Fremdkapital aufgenommen, wurden Anlegern vielfach auch noch die Anteile auf Pump verkauft. Heute bleiben die Mieteinnahmen weit hinter den Prognosen zurück. Ob Wohnung oder Fonds – statt Geld zu verdienen, droht vielen Anleger der Ruin.

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