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22.06.2008 
Subprime-Krise

Wenn Villen keinen Käufer finden

von Sharon L. Lynch

Wer beim Stichwort Hypothekenkrise vor allem an die Reihen kleiner grauer Häuser in heruntergekommenen Stadtrandvierteln denkt, täuscht sich. Im Raum New York sind fallende Immobilienpreise längst nicht mehr nur ein Problem von "Schuldnern geringer Bonität". Die Flaute ist inzwischen in den Nobelgegenden angekommen.

NEW YORK. Zum Beispiel: Charles O. Prince III. und sein Haus in Greenwich, Connecticut. Der 58-Jährige war bis November 2007 Vorstandschef der Citigroup und musste sein Amt an der Spitze der weltgrößten Bank abgeben, weil das Institut durch die Subprime-Krise einen zweistelligen Milliardenbetrag in den Sand gesetzt hatte. Seit seiner Kündigung braucht Prince sein Domizil in bequemer Pendel-Entfernung zu Manhattan nicht mehr, doch der Verkauf ist schwieriger als gedacht. Es handelt sich keineswegs um eine triste Wohnschachtel, sondern um ein mit fünf Schlafzimmern ausgestattetes Anwesen im Tudor-Stil - mit Tonnengewölbe-Decken, nach Süden ausgerichteten Terrassen und Swimmingpool. Und das Ganze auf einem mehr als 9 000 Quadratmetern großen Grundstück.

Prince hatte das Haus erstmals im Januar angeboten, damals zu einem Preis von 6,15 Millionen Dollar (3,97 Millionen Euro). Ein Käufer fand sich aber nicht, und so senkte Prince den geforderten Preis um 300 000 Dollar. Dabei ist die Stadt mit ihren rund 61 000 Einwohnern knapp 60 Kilometer nordöstlich von Manhattan ein bevorzugter Wohnort von Finanzgrößen wie Edward Lampert, dem Vorsitzenden des Hedge-Fonds-Betreibers ESL Investments. Auch der Wall-Street-Grande Sanford Weill, Mentor und Vorgänger von Prince bei der Citigroup, residiert in Greenwich.

Generell gilt der Ort als Hedge-Fonds-Hauptstadt der USA. Über 100 der spekulativ ausgerichteten, kaum regulierten Anlagegesellschaften agieren von hier. Normalerweise hört man von Greenwich, wenn ein Superreicher Kapriolen schlägt, wie zuletzt der russische Milliardär Valery Kogan. Der hatte einen Bauantrag für eine Riesenvilla eingereicht, worauf die Nachbarn bei der zuständigen Kommission der Stadt Sturm liefen: Monströs sei der an die 5 000 Quadratmeter große Bau. Wozu brauche das Ehepaar Kogan 26 Toiletten, fragten sich die Anwohner.

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