Widerstand gegen REITs auch in der SPD
Verbraucherschützer fürchten Aus für soziales Wohnen

Der Bundesverband der Verbraucherschützer hat sich scharf gegen Pläne von Finanzminister Peer Steinbrück zur Einführung börsennotierter Immobilienfonds (REITs) gewandt.

HB BERLIN. Wenn wie geplant auch Wohnimmobilien Teil von REITs werden könnten, würden ganze Stadtviertel zum Objekt von renditegetriebenen Spekulationen, warnte Verbandschefin Edda Müller am Donnerstag. „Wer Wohnimmobilien allein als Renditeobjekt betrachtet, vernachlässigt die soziale Bedeutung für Bewohner und Stadtquartiere.“ Es bestehe die Gefahr, dass die Anleger solcher Immobilienfonds die maximal möglichen Mietsteigerungen durchsetzen wollten. Dies beschleunige aber den Verdrängungsprozess einkommensschwacher Mieter in schlechtere Wohnlagen.

Die Verbraucherschützer forderten deshalb, Wohnimmobilien aus dem Anwendungsbereich von REITs herauszunehmen. „Solange die sozialen Gefahren nicht ausgeräumt werden können, sind REITs Gift für das gesellschaftliche Klima in Deutschland,“ sagte die Verbraucherschützerin.

Gegen die Einführung der börsennotierten Immobilienfonds formiert sich auch in der SPD immer stärkerer Widerstand. Die Mehrheit der Finanzexperten in der Bundestagsfraktion stellen sich gegen den Entwurf ihres Finanzministers. Steinbrück hat deshalb bereits angekündigt, den Gesetzentwurf erst am 2. November ins Kabinett einzubringen statt wie zuvor geplant am 25. Oktober.

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