Wohneigentum Absurde Immobilienwelt

Seite 2 von 3:
Ausweichen ins Umland nur begrenzt möglich

In diesen Städten lohnt sich der Immobilien-Kauf

In diesen Städten lohnt sich der Immobilien-Kauf

Den hohen Preisen in den Metropolen lässt sich nur bedingt ausweichen. Die vom Institut für Demoskopie Allensbach zur Studie beigetragene Umfrage hat ergeben, dass die meisten Arbeitnehmer von einer gekauften Wohnung nicht mehr als 30 Kilometer zum Arbeitsplatz pendeln wollen. Doch nur im Umland von Berlin, Frankfurt und Hamburg bekommen sie erschwingliche Wohnungen bis 90 Quadratmeter Größe innerhalb eines Radius von 30 Kilometern von der Innenstadt.

Für München gilt das ganz bestimmt nicht. Denn sieben der teuersten Landkreise Deutschlands liegen im Umland der bayerischen Hauptstadt. Als „erschwinglich“ gilt laut Untersuchung der ermittelte Durchschnittspreis von 242.000 Euro. Und als bezahlbar gilt ein durchschnittliches Eigenheim, wenn es mit einer Zahlung von maximal 30 Prozent des Jahreshaushaltseinkommens nach 20 Jahren abbezahlt ist.

Nach Einschätzung von zwei Dritteln der Deutschen lohnt sich der Studie zufolge Wohneigentumserwerb, was nicht verblüfft, weil für die Befragten aller deutschen Städte und Landkreise der Kauf einer Immobilie auf lange Sicht günstiger ist als sie zu mieten. Allerdings äußern die Befragten die Einschränkung: „sofern man es sich leisten kann zu kaufen“.

In diesen zehn Städten rentiert sich die Miete
Platz 10: Frankfurt am Main
1 von 10

Die Bankenmetropole ist für recht hohe Einkommen bekannt: Bankerboni lassen grüßen. Die kaufkräftige Bevölkerung hat die Immobilienpreise in die Höhe getrieben. Selbstnutzer erzielen hier durch den Kauf einer Wohnung nur noch 4,3 Prozent Rendite auf ihr eingesetztes Eigenkapital. Auf das Gesamtkapital inklusive Kredit erzielen sie 2,7 Prozent Rendite. Das ist zu wenig: Mieter fahren besser.

Alle Details zur Berechnung finden Sie hier.

Platz 9: Düssleldorf
2 von 10

In der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen lässt sich die Frage „Mieten oder Kaufen?“ ebenfalls leicht beantworten: Mieten. Bleiben mögliche Wertsteigerungen außen vor, reichen 4,2 Prozent Ertrag (im Sinne der ersparten Kosten und abzüglich der dafür aufgebrachten Aufwendungen) auf das eingesetzte Eigenkapital nicht aus, um den Kauf attraktiv zu machen. Auf die gesamte Kaufsumme, inklusive Kredit, entspricht dies nur 2,6 Prozent.

Platz 8: Rostock
3 von 10

Es mag überraschen, doch auch in Rostock sind die Preise in den vergangenen Jahren sehr viel stärker als die Mieten gestiegen. Käufer einer bestehenden 80-Quadratmeter-Wohnung würden jetzt nur noch auf 4,2 Prozent Ertrag auf ihr eingesetztes Eigenkapital schaffen. Bezieht man den Ertrag auf die Gesamtsumme inklusive Kredit, bleiben 2,6 Prozent.  Mieten ist damit attraktiver.

Platz 7: Stuttgart
4 von 10

In der Kessellage von Stuttgart sind Flächen knapp, die Immobilienpreise hoch. Mieten halten nicht mit, so dass der Kauf vergleichsweise wenig Miete erspart. Käufer zielen nur 4,1 Prozent Ertrag auf ihr Eigenkapital und 2,5 Prozent Rendite auf das Gesamtkapital. Das ist zu wenig.

Platz 6: Kiel
5 von 10

In Kiel kommen Käufer noch auf 4,0 Prozent Ertrag auf ihr Eigenkapital, 2,6 Prozent sind es auf die Summe inklusive Kredit bezogen. Auch hier fahren Mieter daher besser. Gleiches gilt in einer ehemals für preiswertes Wohnen bekannten Stadt…

Platz 5: Berlin
6 von 10

Arm, aber sexy? Das war vielleicht einmal. Dreckig, aber teuer. Das könnte heute in Berlin eher stimmen. Natürlich lieben die Berliner ihre Stadt trotzdem. Und da 85 Prozent der Wohnungen in der Hauptstadt ohnehin Mietwohnungen sind, muss sie die Nachricht, dass Mieten sich in Berlin eher rechnet, überhaupt nicht schrecken. Fürs Protokoll: 2,5 Prozent Rendite blieben Wohnungskäufern auf das insgesamt eingesetzte Kapital, 4,0 Prozent auf das Eigenkapital. Zu wenig.

Platz 4: Münster
7 von 10

Für 3,9 Prozent Rendite auf das Eigenkapital und 2,5 Prozent auf die Gesamtinvestition reicht es in Münster, wenn man Kauf und Miete sauber vergleicht. Daher lautet die Empfehlung erneut: Mieten. In nur drei weiteren Städten ist die Angelegenheit noch eindeutiger…

Im Mittel der Regionen wird der Kostenvorteil mit 41 Prozent angegeben. Die Frage, wie viele Menschen sich Wohneigentum leisten können, beantwortet die Studie so: „Bei einem mittleren Nettomonatseinkommen von knapp mehr als 2500 Euro erfüllt etwa jeder dritte Haushalt die Eigenkapitalanforderungen für eine Immobilie.“ Bezieher von mehr als 6000 Euro Nettomonatseinkommen könnten sich zu mehr als 80 Prozent den Erwerb von eigengenutztem Wohneigentum leisten.

Doch sich eine Immobilie leisten zu können, fällt zunehmend schwerer. Im vergangenen Jahr ergab eine für die Trendviertel-Serie des Handelsblatts erstellte Erschwinglichkeitsstudie für die sieben großen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sowie mehrere weitere Großstädte, dass die Erschwinglichkeit permanent abnimmt. Die Bau- und Kaufwilligen können nicht so schnell sparen, wie die Preise anziehen. Denn mit den steigenden Preisen nimmt auch das benötigte Eigenkapital zu.

Darauf achten die Banken seit der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie vor einem Jahr immer stärker. Die Banken wehren sich gegen noch schärfere Regeln, über die in der Politik immer wieder diskutiert wird. „Schärfere Regelungen für die Kreditvergabe bei Privatpersonen würden dem Verbraucher nicht nützen, sondern den Weg zum Eigenheim oft abschneiden“, warnt Sterz.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Kunden finanzieren vorsichtig, Banken noch vorsichtiger
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Wohneigentum - Absurde Immobilienwelt

3 Kommentare zu "Wohneigentum: Absurde Immobilienwelt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrter Herr Reichel,

    noch einmal zu Ihrem Artikel. Weite Passagen befassen sich mit der Frage, wer kann sich eine Immobilie leisten. Anscheinend spielen dabei die höchst unterschiedlichen Preise in ländlichen Regionen und Großstädten überhaupt keine Rolle.

    Und anscheinend muß jeder eine Immobilie erwerben, das ist für jeden der Sinn des Lebens.

    Ob man dabei in den Großstädten mit Null- oder Minusrenditen oder gar mit deftigen Verlusten herauskommt, interessiert die Vertreter der Immobilienwirtschaft einen feuchten Staub.

  • Sehr geehrter Herr Reichel,

    für einen Bürger und Leser Ihres Blattes ist es ausgesprochen mißlich und ärgerlich, dass fast alle Untersuchungen oder Verlautbarungen über den Wohnungsmarkt von Vertretern der Wohnungswirtschaft oder den finanzierenden Banken stammen. Dass von Interessenvertretern keine neutralen Informationen zu erwarten sind, versteht sich von selbst.

    Natürlich können auch Sie nicht viel daran ändern. Aber ein Plus an kritischem Hinterfragen sollten Sie schaffen.

    Beispiel gefällig? Nehmen Sie die Studie der Sparda-Banken, die die Preise von Metropolen und gottverlassenen Gegenden zu einem Durchschnittspreis zusammenrechnet. Warum muß man solchen Unfug überhaupt präsentieren?

    Oder nehmen Sie die Umfrage bei Kaufinteressenten, wonach die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort nicht mehr als 30 Kilometer betragen sollte. Mich stört, dass Sie diese "Wünsch-Dir-Was-Veranstaltung" unkommentiert abdrucken. Dabei weiß eigentlich jeder, dass es bei einer guten S-Bahn- oder Nahverkehrszugverbindung auf die Straßenkilometer überhaupt nicht ankommt.

  • 240 TEUR für 44qm?

    Na da würde ich mir lieber eine 20qm-Residenz von Tabbert oder Dethleffs oder Westfalia zulegen.
    Ist bedeutend billiger und im Kriegsfall ist man mobil. :)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%