Wohneigentum
Warum die Preise für Immobilien bald kräftig steigen

Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, sollte nicht mehr lange warten. Noch ist Baugeld billig. Und die Preise für Immobilien dürften weiter steigen. Was Immobilienkäufer jetzt wissen sollten.
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DüsseldorfFür Eigenheimbesitzer und Wohnungsvermieter hat Reiner Braun, Vorstand der Immobilienberatungsgesellschaft Empirica, eine gute Nachricht: „Es geht so weiter, wie in den vergangenen beiden Jahren. Die Wohnungsmieten und die Preise für Eigentumswohnungen werden in diesem Jahr weiter steigen.“

Für Ein- und Zweifamilienhäuser erwartet Braun dagegen stagnierende Preise. „So stark wie im vergangenen Jahr werden die Wohnungspreise allerdings nicht zunehmen“, gießt Andreas Schulten, Vorstand der Bulwien-Gesa, etwas Wasser in den Wein. Bulwien-Gesa ist wie Empirica auf Immobilienmarktanalysen spezialisiert.

Darüber, dass es im vergangenen Jahr mit Mieten und Preisen nach oben ging, sind sich die Analysten einig. Nur bei den Wachstumsraten unterscheiden sich die Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Erhebungsmethoden (siehe Kasten). Die Zeitreihe von Empirica endet zurzeit noch im Oktober 2011. Danach stiegen die Mieten im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent, die Preise für Eigentumswohnungen sogar um 4,9 Prozent. Der Mietspiegelindex der Beraterfirma F+B Forschung und Beratung für Wohnen, kommt nur auf ein Prozent Mietanstieg im gerade abgelaufenen Jahr.

Bulwien-Gesa wiederum ermittelt per Jahresende 2011 sehr viel stärkere Mieterhöhungen zwischen vier und 4,5 Prozent. Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen kletterten laut Bulwien-Gesa-Statistik sogar um 6,5 Prozent, für Reihenhäuser wurden gut vier Prozent mehr verlangt.

Keinen Dissens gibt es unter den Beobachtern darüber, dass Mieten und Preise in den Ballungsgebieten sehr viel stärker als im Landesdurchschnitt hochgehen. Laut Immobilienanzeigen-Portal Immoscout wurde in Hamburg im November 2011 fast sechs Prozent mehr Miete als ein Jahr zuvor verlangt. In München wurden Neubauwohnungen in der gleichen Zeit um 9,9 Prozent teurer, Bestandswohnungen allerdings 1,3 Prozent billiger.

Nach einer Erhebung der Deka-Bank ist die bayerische Landeshauptstadt die attraktivste Stadt in Deutschland. Zu den Kriterien zählen etwa Arbeitsmarktentwicklung, wirtschaftliche Stabilität und Lebensqualität. Den allenthalben besonders hohen Preisanstieg neuer Eigentumswohnungen erklärt Empirica-Vorstand Braun damit, dass die Zahl der fertig gestellten Neubau-Apartments nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Menschen, die in diesem Jahr an der Schwelle zum Wohneigentum stehen, rät Braun: „Eher bald kaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zinsen noch weiter sinken.“ Zumal die Preise weiter steigen. Nach Brauns Erfahrung reagieren die Menschen häufig zu spät, indem sie sich erst zum Eigentumserwerb entschließen, wenn die Zinsen bereits wieder steigen.

Kommentare zu " Wohneigentum: Warum die Preise für Immobilien bald kräftig steigen"

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  • In den bisherigen Antworten steckt durchaus viel "Wahres", leider oft immer nur aus genau einer jeweiligen Perspektive...

    Ich gebe offen zu, dass ich seit einem Jahr eine Immobilie besitze und erst Mitte 20 bin. Ob das wirklich die richtige Entscheidung war, werde ich wohl wirklich erst in 10 Jahren wissen. Aber bis dahin mache ich mir keine großen Gedanken, denn ändern könnte ich jetzt sowieso nichts mehr...

  • Na ja, es gibt viele Pro und Kontraargumente.
    M.E. sollte man sich nicht eine Immob. zulegen, wenn man den Markt nicht kennt. Dann gibt es in jeder Stadt eine Hierarchie der Immobilen. Nur die Immobilen, die zu den besten 50% gehören (Lage, Zuschnitt, Ausstattung) können auf Dauer vermietet werden. Steigende KfZ Kosten, Energiekosten und Rentenkürzungen (durch Inflation, R. mit 67/69) werden langfristig zu einem Kaufkraftverlust der breiten Bevölkerung führen. Um (Fahrt-)Kosten zu sparen, werden arbeitsplatznahe, kleinere, günstigere stadt- und zentrumsnahe Objekte stärker nachgefragt als ländliche Immobilien. Rentner werden vom Land in die Städte wandern. Die Grundsteuern werden auch steigen, um die Städte zu sanieren. Über Anliegerbeiträge kann eine Kommune die Wohneigentümer an der Straßensanierung beteiligen. Eigentumswohnungen unterliegen einer hohen Abnutzung und Heizung, Fenster u.ä. müssen nach 20-30 Jahren renoviert werden. Der Wiederverkaufswert einer gebrauchten Immobilie steigt rel. langsam.

    Vorteile:
    Eine eigene Immobilie diszipliniert den privaten Konsum, weil der Kredit getilgt werden muss und motiviert zu einem nachaltigen Wirtschaften. die Lebensqualität steigt, auch wegen des Gefühles, Eigentum zu besitzen. Befindet man sich in einer Wachstumsregion, kann man den Mietsteigerungen trotzen bei gleichzeitigem Wertzuwachs (Mü. Hamburg, Berlin, Bodensee, Freiburg)
    Fazit:
    Die absolut sichere Altersversorgung/Geldanlage gibt es nicht. Beim Immobilienkauf werden die Fehler meist erst Jahre nach dem Kauf sichtbar und sind nicht korrigierbar. Auch eine schlechte Geldanlage kann sich gut anfühlen, wenn erst die Erben merken, dass es ein Fehler war. Allerdingts schaut man einem geschenkten Gaul nicht ins Mau..

  • Komisch, hier schreiben ja nur Mieter... Naja, es beruhigt mich, dass ich als Immobilienanleger in der Minderheit bin, denn die Mehrheit liegt speziell bei Finanzthemen ja bekanntlich falsch. Somit verwundert es auch nicht, dass hier niemand von "etwas aufbauen", "Wohlstand" oder "Unabhängigkeit" spricht, sondern nur davon, dass wenn man arbeitslos wird, der Staat einspringen muß. Und liebe Hobby-Buchhalter, wenn man Rechte und Pflichten gegenüberstellt, kommt es nicht auf die Art und Anzahl der Kosten und Erträge (letztere habt Ihr Mieter ja nicht) an, sondern auf deren jeweilige Höhe. Huh ja, ich muß die Müllabfuhr, Wasser u.s.w. bezahlten und Ihr habt dageben *nur* die Miete, sonst nichts. Super Rechnung.

    Kein Wunder, dass auch keine alternativen Anlageformen diskutiert werden. Bei Rohstoffen lache ich mich ja gerade als Anlage und nicht Spekulation schlapp. Wollt Ihr Euch in Eurer großen Krise Gold und Weizenzertis aufs Brot schmieren?? Da denke ich doch lieber darüber nach, Agrarflächen ins Portfolio zu nehmen.

    So nun höre ich lieber auf, denn sonst kommt noch einer meiner Mieter auf die Idee, dass es viel billiger wäre, die Wohnung von mir zu kaufen statt zu mieten.

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