Wohnen in der Zukunft
Generation „Y“ ist spießiger als ihre Eltern

Mit Kind und Kegel ab ins nachhaltige, videoüberwachte Eigenheim im Grünen. Das ist das Lebensziel der heute 17- bis 35-Jährigen, zeigt eine Umfrage. Ein ruhiger Schlaf ist ihnen wichtiger, als in städtischen Szeneclubs zu feiern.

FrankfurtSchickes Loft in aufstrebendem Szeneviertel, durchgestyltes Penthaus-Apartment mit Gemüsegarten auf dem Dach – wie wollen junge Menschen in Zukunft leben? So jedenfalls nicht, hat das Beratungsunternehmen EY in einer Umfrage unter 1650 Studenten, Auszubildenden und jungen Berufstätigen im Durchschnittsalter von 27 Jahre herausgefunden. Ihr Ziel heißt: Einfamilienhaus im Grünen – dort wo ihre Kinder behütet aufwachsen können. Für 90 Prozent ist es „wichtig“ oder „eher wichtig“ in einer Eigentumswohnung beziehungsweise einem eigenen Haus zu wohnen.

Ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Reihenhaus wären für 41 Prozent der Befragten die richtige Umgebung. Und 94 Prozent wollen durch die Haus- oder Terrassentür in einen Park- oder auf eine Grünfläche treten. Ein fast gleich großer Prozentsatz will so wohnen, dass seine Wohnung weder von Passanten noch von Nachbarn einsehbar ist. „Das ganze Leben wird auf Facebook ausgebreitet, aber privat wohnen will man ohne Einblick der Nachbarn“, wundert sich  Christian Schulz-Wulkow, Partner bei EY und Initiator der Umfrage.

26 Prozent wollen im Neubau mit hochwertiger Ausstattung leben. 19 Prozent ziehen eine Gründerzeit-Wohnung vor. Entsprechend groß ist das Desinteresse an klassischen Mehrfamilienhäusern und den in Deutschland weitverbreiteten Siedlungsbauten aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Nicht einmal schicke Hochhäuser wie der gerade entstehende neue Henninger Turm in Frankfurt mit bis zu 10.000 Euro je Quadratmeter teuren Wohnungen oder „The Seven“ in München sind gefragt. Nur vier Prozent finden an solchen Objekten Gefallen.

Diese Feststellung deckt sich mit einem anderen Umfrageergebnis: Wohntürme wie das „The Seven“ stehen und entstehen nur in internationalen Megacitys und inzwischen auch in den deutschen Metropolen wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart. Doch dieser Typ Stadt gefällt nicht einmal einem Viertel der Befragten. „Meine Erwartung wäre gewesen, dass die jungen Leute in die hippen Metropolen ziehen wollen“, sagt Schultz-Wulkow.

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