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02.05.2008 

Der Umzug des Süddeutschen Verlags sowie der Abendzeitung macht ein weiteres innenstädtisches Großprojekt möglich: das Quartier "Mitten in München", in dem die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ab dem Herbst neue Innenhöfe, Büroflächen und Wohnungen schaffen will. "Die Wohnungen werden im oberen Preissegment liegen, sind aber vom Zuschnitt her sowohl für Paare als auch für Familien mit Kindern geeignet", sagt Brigitte Reibenspies von der LBBW. In einer Broschüre verspricht das HLP-Konzept deshalb unter anderem "zwei große Jugendspielflächen mit der Möglichkeit zu lärmintensivem Spiel".

Doch wie wirbt man um Mieter und Geschäftspartner für ein Areal, das mehr als hundert Jahre lang überhaupt nicht im Bewusstsein der Münchener auftauchte? Schließlich waren die alten Gleisanlagen und Rangierflächen für Normalsterbliche verbotenes Terrain. Die Projektentwickler ließen sich einen dreistufigen Plan einfallen, erklärt Unternehmenssprecher Markus Diekow von der Immobiliengesellschaft Vivico, die für den ersten Teilabschnitt namens Arnulfpark verantwortlich zeichnet: "Zuerst haben wir eine große, zentrale Grünfläche fertiggestellt, damit die Leute das gesamte Areal überhaupt erst einmal wahrnehmen." Tatsächlich seien schon bald die ersten Besucher und Jogger gekommen. Erst danach wurden die Wohnbauten realisiert, die ersten Anwohner zogen ein.

"So wandelte sich der Arnulfpark von einer Wüstenlandschaft zu einem belebten Viertel - und dann erst haben wir uns daran gemacht, die hochwertigen Büroflächen zu vermieten", schildert Diekow den zeitlichen Ablauf.

Das Konzept scheint erfolgreich: Zu den neuen Mietern gehört jetzt unter anderem der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb, der hier seine Deutschlandzentrale ansiedeln wird. Inzwischen, vier Jahre nach den ersten Entwürfen, treten die meisten Interessenten selbst an Vivico heran und müssen nicht mehr geworben werden.

Auch für die rund 16 000 Wohnungen entlang der HLP-Achse gibt es zahlreiche Anfragen. Ein großer Teil im ersten Bauabschnitt ist vergeben und größtenteils bezogen. Laut Gesetz stehen außerdem 30 Prozent aller Münchener Wohnungen sozial geförderten Gruppen zu, was auch die Zahl der Familien mit Kindern erhöhen dürfte. Gut so, sagt Christa Reicher, Stadtplanerin und Professorin an der Uni Dortmund: "Ein Stadtviertel wird nur dann lebendig, wenn es von unterschiedlichen Gruppen genutzt wird. Büroflächen allein sorgen nicht für die Attraktivität eines Gebietes."

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