Wohnimmobilien
Attraktivität von Reits soll steigen

Bislang war der Vorschlag an der SPD gescheitert. Doch mit dem neuen Koalitionspartner könnte die Union nun ihre Forderung durchsetzen: Offenbar will die künftige schwarz-gelbe Koalition prüfen, ob börsennotierte Real Estate Investment Trusts demnächst auch Wohnimmobilien erwerben können.
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BERLIN/DÜSSELDORF. Die künftige schwarz-gelbe Koalition will prüfen, ob börsennotierte Real Estate Investment Trusts (Reits) künftig auch Wohnimmobilien erwerben können. Das würde die Attraktivität dieses Anlagesegments in Deutschland erhöhen.

Eine entsprechende Forderung der Union war bisher am Widerstand der SPD gescheitert. "Mit der Einbeziehung von Wohnimmobilien würden wir einen entscheiden Hemmschuh bei Reits beseitigen", sagte ein Verhandlungsteilnehmer der Arbeitsgruppe Finanzen dem Handelsblatt. Reits sind Immobiliengesellschaften, die ihren Gewinn zu mindestens 90 Prozent an die Aktionäre ausschütten. Der Gewinn wird beim Anleger und nicht bei der Gesellschaft besteuert.

Zusätzlich wird überlegt, die geltenden Steuerbegünstigungen für Unternehmen, die ihre Gebäude an einen Reit verkaufen, zu verlängern. Das alte Gesetz sah vor, dass Gewinne aus dem Verkauf betrieblicher Immobilien an einen Reit für einen Zeitraum von drei Jahren nur zur Hälfte besteuert werden.

Dass das Reit-Gesetz bislang weder dem Kapitalmarkt noch dem Immobilienmarkt Impulse gegeben hat, lag allerdings nicht nur an dem Verbot, Wohnimmobilien zu halten, sondern auch an der Finanzkrise. Sie riss die Aktienkurse von Immobiliengesellschaften nach unten, wodurch deren Börsenwerte bis zu 40 Prozent unter den Nettovermögenswerten (NAV, Vermögen minus Schulden) der Gesellschaften lagen. In dieser Situation machte es für die Gesellschaften keinen Sinn, das Kapital zu erhöhen und an die Börse zu bringen. Sie hätten ihre Gebäude unter Wert verkauft.

Seit sechs Monaten steigen die Kurse der Immobiliengesellschaften wieder an. Die börsennotierte Hamborner hat angekündigt, zum Jahreswechsel als drittes Unternehmen den Reit-Kurszettel zu verlängern. Etwa zehn weitere Vor-Reits stehen in den Startlöchern.

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