Wohnimmobilien
Neue Lust am Wohnen

Der Markt für Wohnimmobilien fasst langsam wieder Tritt. Wer mit den eigenen vier Wänden liebäugelt, sollte zugreifen, bevor die Zinsen noch weiter steigen.

Berlin, Karl-Marx-Allee: Klaus-Dieter Schmidt, Chef der IVG-Tochter Wert-Konzept, bietet Ostalgie pur mit Kick an: "Denkmalschutz-Objekte als eine der letzten Möglichkeiten steuersparender Immobilienanlagen" - dank Paragraf 7 i Einkommensteuergesetz. Frankfurt am Main, Deutschherrnufer: Immobilienmakler Karl Friedrich Kern hält es mehr mit der Nostalgie. "Vor sieben Jahren habe ich meine ersten Wohnungen hier noch in einem Container vom Reißbrett verkauft." Seitdem hat er sich an derselben Stelle mit eigenem Büro in einem Punkthaus am Main etabliert. Auf der anderen Mainseite soll 2009 die Europäische Zentralbank ihr neues Domizil beziehen. Kern: "Seit das feststeht, rennen mir die Leute die Bude ein."

Zwei Beispiele, die zeigen, dass am darniederliegenden Wohnungsmarkt noch etwas geht. Oder besser: wieder etwas geht.Denn im laufenden Jahr dürften erstmals seit 1997 mehr Neubauwohnungen fertig gestellt werden als im jeweiligen Vorjahr. Darauf deutet jedenfalls die Zahl der erteilten Baugenehmigungen hin - sie lag 2003 um 8,3 Prozent höher als im Jahr zuvor. Auch wenn die Talsohle erreicht scheint: Der Weg ging lang und tief nach unten. Seit Mitte der Neunzigerjahre hat sich die Zahl der fertig gestellten Wohnungen mehr als halbiert. Zu einem großen Teil ist das auf das Ende des Baubooms in Ostdeutschland zurückzuführen.

Aber während damals der Lockruf der Steuergeschenke die Bauherren verzauberte, zeigen sie sich nun unempfindlich für den Lockruf der Zinsgeschenke. Wegen der historisch niedrigen Hypothekenzinsen hätten Bauherren längst kräftig in Backsteine investieren müssen, doch sie tun es nur zaghaft. Eine der Ursachen liegt darin, dass viele Häuslebauer - wie auch Anleihen- oder Aktienanleger - dazu neigen, bestehende Trends fortzuschreiben.Über eine andere sprechen insbesondere Banker nur ungern: Statt jetzt zu Minizinsen Kredite zu vergeben und obendrein Zahlungsausfälle zu riskieren, warten sie lieber auf den nächsten Zinsanstieg.

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Das Fazit für potenzielle Bauherren oder Käufer lautet deshalb: Sofern die Bonität und alles andere stimmt, jetzt zugreifen! In- und Out-Listen helfen dabei, die Attraktivität einzelner Objekte zu beurteilen.So etwa in einer kürzlich von der LBS veröffentlichten Studie. Out sind: lange Anfahrtswege, komplizierte Verwaltungsformen, 08/15-Wohnungen, hohe Kosten, Wohnen zur Miete, unflexible Lebensplanung. In dagegen: flexibles Wohneigentum, Service-Wohnen, Wohnen in der City, individuelles Wohnen, Home-Office, intelligente Finanzierungsmodelle.

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Ebenfalls unter die Trendforscher gegangen ist der Eigentümerverband Haus & Grund."Die neue Lust am Wohnen: Deutschland bleibt zu Hause" beschreibt er den Trend, den die Angelsachsen "Cocooning" nennen.Das führt zu höheren Ausgaben für die Wohnungseinrichtung - zumal die Wohnfläche pro Kopf steigt und steigt.Und zu anderer Bauweise: Da auch das Durchschnittsalter der Deutschen ständig steigt, sollten treppenlose Zugangsmöglichkeiten samt Fahrstühlen selbstverständlich sein.Schließlich sollen, zeitlos aktuell, die eigenen vier Wände auch als Altersvorsorge dienen.

Quelle: Euro Nr. 07 vom 01.07.2004 Seite 178

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