Wohnraum
In Berlin ist zu viel immer noch zu wenig

Berlin braucht trotz rund 100 000 leer stehender Wohnungen zusätzlichen Wohnraum. Forscher gehen davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2025 von derzeit 1,88 Millionen auf mehr als zwei Millionen steigen wird. Insbesondere bei preiswerten Wohnungen werde eine „absehbare Verknappungen“ auf die Stadt zukommen.

BERLIN. Die deutsche Hauptstadt braucht nach Ansicht des Pestel Instituts trotz rund 100 000 leer stehender Wohnungen zusätzlichen Wohnraum. Für die Periode von 2008 bis 2015 prognostiziert das Institut einen rechnerischen Wohnungsbedarf von gut 101 000 Einheiten oder 5,4 Prozent des Bestandes. Zwischen 2016 und 2025 müssten demnach weitere 86 000 Wohnungen neu errichtet werden. Und damit nicht genug: Zusätzlich müssten im gesamten Zeitraum 200 000 nicht sanierungswürdige Einheiten ersetzt werden. Dabei gehen die Forscher davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2025 von derzeit 1,88 Millionen auf mehr als zwei Millionen steigen wird. Den Berechnungen zufolge müssten damit in Berlin jedes Jahr mehr als 20 000 Wohnungen neu entstehen. Zum Vergleich: 2008 erteilten die Berliner Behörden Baugenehmigungen für gerade einmal 6 300 Wohnungen.

Die Investitionsbank Berlin (IBB) erwartet in ihrem jüngst veröffentlichten Wohnungsmarktbericht, dass der Wohnungsbestand künftig sogar lediglich um 4 000 Einheiten pro Jahr zunehmen wird. Insbesondere bei preiswerten Wohnungen sieht die IBB deshalb „absehbare Verknappungen“ auf die Stadt zukommen. Denn das weitere Wachstum sei zunehmend durch kleinere Haushalte von jungen Leuten und Rentnern geprägt. Und die verfügten in aller Regel nur über eine geringe Kaufkraft.

Zusätzlichen Wohnungen in der Hauptstadt hält auch Andrew Groom, Leiter Valuation Advisory bei Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL), für nötig – jedoch in einem ganz anderen Segment als die IBB: „Berlins Mietwohnungsmarkt ist mit guten Wohnungen unterversorgt, wohingegen es mehr als genug einfache Wohnungen gibt“, sagt Groom. Grundlage dieser Einschätzung ist, dass laut den jüngsten Zahlen von JLL und dem Berliner Wohnungsunternehmen GSW die Mieten für hochwertige Wohnungen im zweiten Halbjahr 2008 viel stärker gestiegen sind als für einfache Einheiten. hun

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