Wohnungsgesellschaft will Bestände für zwei Milliarden Euro erwerben
Gagfah kauft mehr als geplant

Die Börse meint es zurzeit nicht gut mit deutschen Immobilienaktien. Der Immobilienaktien-Index Dimax zeigt nach unten. Die Gagfah, mit 170 000 Wohnungen Deutschlands größte börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft, kann sich von diesem Trend nicht abkoppeln. Die Aktie bewegt sich um 20 Euro – und damit rund fünf Euro unter den Höchstkursen vor fünf Monaten.

DÜSSELDORF. Auch die Analysten beurteilen Gagfah skeptisch. Die auf Immobilienaktienanalysen spezialisierte niederländische Bank Kempen & Co. rät trotz Ergebnisverbesserung im Jahr 2006 zum Verkauf. Eine bessere Einschätzung als „neutral“ macht JP Morgan etwa davon abhängig, dass es Gagfah gelänge, mehr Wohnungen zu kaufen als geplant.

Gagfah-Chef Burkhard Ulrich Drescher arbeitet daran. „Im Oktober, ein Jahr nach dem Börsengang, werden wir für zwei Milliarden Euro Wohnungen gekauft haben.“ Laut Plan sollten 1,4 Mrd. Euro investiert werden. Aktuell würden Gespräche über 22 000 Wohnungen geführt, sagte Drescher dem Handelsblatt.

Wachsende Widerstände in den Kommunen gegen Großanleger fürchtet er nicht. „Wir sind nicht von Verkäufen der öffentlichen Hand abhängig.“ Die Wohnungsmarktexperten der Empirica AG ermittelten, dass der öffentliche Hand 2,7 Mill. von 23,6 Mill. Wohnungen in Deutschland gehören. Privatpersonen sind die weitaus größte Eigentümergruppe mit 13,8 Mill. Wohnungen.

Auch wenn die aus der Wohnungsgesellschaft der Bundesversicherungsanstalt hervorgegangene Gagfah sich weder auf den Ankauf von Mega-Paketen noch auf den Erwerb aus Beständen von Stadt oder Land festlegt, ist bekannt, dass sie Interesse an den etwa 100 000 Wohnungen der LEG NRW hat. Solch große Pakete zu finanzieren, bereitet Drescher kein Kopfzerbrechen. Gagfah verfüge sowohl über liquide Mittel in Höhe „von mehreren 100 Millionen Euro“ als auch über entsprechende Kreditlinien und könne sich jederzeit Geld an der Börse beschaffen – was Drescher auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber nicht börsennotierten Gesellschaften ansieht, wenn die Konkurrenz um Wohnungen härter wird. Das genehmigte Kapital beträgt nominal zehn Mrd. Euro, verteilt auf acht Mrd. Aktien. Fortress, aktuell mit rund 80 Prozent an Gagfah beteiligt, werde sich an einer Kapitalerhöhungen nicht beteiligen, sagte Drescher.

Großen Wert legt Drescher darauf, Gagfah als Langfrist-Investor zu präsentieren, geprägt durch die Muttergesellschaft Fortress. Zu deren bedeutenden Geldgebern zählen vor allem an stetigen Einnahmen interessierte Pensionsfonds. „Wir handeln nicht mit Wohnungen“, betonte Drescher die Rolle als Bestandhalter. „Unsere Mannschaft ist darauf spezialisiert, Leerstand zu reduzieren.“ Die Leerstandsquote nahm zum Jahresende 2006 auf 5,7 (Vorjahr 6,6) Prozent ab. Für Ende 2007 hat sich Dreschers Mannschaft eine Quote von weniger als fünf Prozent vorgenommen.

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