Wohnungsgesellschaften
Wohnungsgesellschaft LEG NRW fährt Investitionen runter

Die LEG NRW will vorhandene Spielräume für Mieterhöhungen nutzen und die Modernisierungs- und Instandhaltungsinvestitionen kürzen: Höhere Profitabilität ist das Ziel des Managements. Sonderabschreibungen haben die Firma in die roten Zahlen getrieben.
  • 0

DÜSSELDORF. Die LEG NRW, mit 92 000 Wohnungen eine der größten deutschen Wohnungsgesellschaften, wird vom Management auf höhere Profitabilität getrimmt. Spielräume für Mieterhöhungen sollen genutzt, die Modernisierungs- und Instandhaltungsinvestitionen gekürzt werden. "Wir haben eine Eigentümerstruktur, die anders renditeorientiert ist als das Land NRW", sagte LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel gestern. Hegel versicherte aber auch, dass sich die LEG an die bestehende Sozialcharta halten wird. Das war in jüngster Zeit von Mieterverbänden bezweifelt worden. Außerdem herrschte Verwirrung über die wahren Eigentümer der ehemals landeseigenen Gesellschaft.

Im Juni 2008 hatte NRW-Finanzminister Helmut Linssen verkündet, die LEG sei inklusive Schulden für 3,4 Mrd. Euro an den von der Investmentbank Goldman Sachs gemanagten Whitehall-Fonds verkauft worden. Laut LEG beträgt der Anteil der über die Gesellschaft Lancaster gehaltene Anteil der Whitehall-Fonds 81,38 Prozent. Die übrigen Anteile halten vom Finanzinvestor Perry Capital kontrollierte Firmen über die Firma Weiße Rose.

Hegel betonte gestern mehr als einmal, dass die Investoren langfristig engagiert bleiben wollten. Deshalb werde auch weiterhin renoviert und modernisiert, jährlich mindestens in Höhe der im Kaufvertrag vereinbarten 12,50 Euro je Quadratmeter. In diesem Jahr sind dafür 14 nach 19,54 Euro/qm im Jahr 2008 vorgesehen. Die im Wohnungsverband GdW organisierten Unternehmen investierten 2008 in den alten Bundesländern im Schnitt 23,85 Euro/qm. In diesem Jahr habe die Branche eigentlich mehr investieren wollen, sagte Ingeborg Esser, Mitglied der GEW-Geschäftsführung. Die Unsicherheit über eine neue, ab 2012 gültige Energieeinsparverordnung bremse Modernisierungen, so dass die Aufwendungen allenfalls konstant bleiben würden. Esser widersprach der Vorstellung, Finanzinvestoren würden grundsätzlich bei Instandhaltung und Modernisierung sparen: "Sie investieren mehr als früher." Weil die Finanzkrise den zügigen Weiterverkauf der Wohnungen verhindert hat, müssen die Unternehmen investieren, um die Mieter zu halten.

In mehreren Städten war die LEG wegen drastischer Mieterhöhungen angegriffen worden, so etwa in Neuss. Dort nutzte das Unternehmen den gesetzlich vorgesehenen Spielraum von 20 Prozent zur Erhöhung der Miete von 3,90 Euro/qm auf 4,64 Euro/qm. Sie blieb damit nach eigenen Angaben unter dem unteren Ende des Mietspiegels von gut 5,20 Euro.

Die neuen Eigentümer hatten auf den ersten Blick wenig Freude an der LEG-Gruppe. Sonderabschreibungen auf Gebäude von 217 Mio. Euro waren 2008 ausschlaggebend für einen Konzernverlust von 197 Mio. Euro, wegen der Vergleichbarkeit auf Pro-Forma-Basis für das Gesamtjahr gerechnet. Im Vorjahr hatten andere Sondereffekte einen Verlust von 41, 5 Mio Euro verursacht. Ohne die Effekte hätte der Jahresüberschuss 35,7 Mio. (2007: 37,8) Mio. Euro betragen.

Kommentare zu " Wohnungsgesellschaften: Wohnungsgesellschaft LEG NRW fährt Investitionen runter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%