Wohnungskonzern
Vonovia lockt mit steigender Dividende

Die Geschäfte des Bochumer Wohnungskonzerns laufen prächtig. Obwohl das Portfolio leicht schrumpfen dürfte, stellt Vonovia für 2018 weiter steigende Gewinne in Aussicht. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren.
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FrankfurtRolf Buch, der Chef des größten deutschen Wohnungskonzerns Vonovia, ist bestens gelaunt. Die Zahlen für das dritte Quartal sind ganz nach seinem Geschmack. Die Entwicklung sei „extrem solide“, die Investitionsprogramme liefen voll nach Plan, der Ausblick bleibt positiv. Allein zwischen Januar und September steigerte Vonovia die Erträge aus dem Vermietungsgeschäft, Funds From Operations (FFO) genannt, gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel auf 690,5 Millionen Euro. Die FFO sind bei Immobilienkonzernen die wichtigste Bemessungsgröße für den Gewinn.

Mit dem Ergebnis schließt Buch an die guten Zahlen der vergangenen Jahre an. Zu verdanken hat Buch das nicht zuletzt dem Immobilienboom, der aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase der Zentralbanken wohl auch weiter Bestand haben wird. Zudem profitiert der Wohnungskonzern vom starken Zuzug in die Städte. Kein Wunder also, dass Buch weitere Gewinne in Aussicht stellt: Ende 2017 soll unter dem Strich ein operativer Gewinn von bis zu 920 Millionen Euro stehen – eine „ganz stramme Leistung“, findet er. Im kommenden Jahr dann könnte es bis auf 980 Millionen nach oben gehen.

Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen verlor die Aktie jedoch leicht um 0,3 Prozent auf 38,70 Euro, was sich vermutlich damit erklären lässt, dass die Papiere bereits in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt haben und das gute Ergebnis bereits im Kurs eingepreist war.

Ohnehin kann Vonovia auf ein ansehnliches Börsenjahr zurückblicken. Seit Jahresbeginn hat sich der Marktwert des Unternehmens um 26 Prozent verbessert. Im europäischen Immobilienindex Stoxx 600 Europe Real Estate gibt es kein Wohnimmobilienunternehmen, für das es an der Börse besser läuft.

Zuletzt ließ Buch wegen seiner grenzübergreifenden Expansionsgedanken aufhorchen. Mitte Oktober beschloss Vonovia eine Partnerschaft mit der französischen SNI, die mit rund 345.000 Wohnungen ein ähnlich großer Bestandhalter ist. Buch versucht sein Bestes, die Euphorie der Börsianer zu bremsen. Analysten riet er gar, ihre Bewertungsmodelle nicht anzupassen – es gehe bei der Partnerschaft erst einmal um einen Erfahrungsaustausch, nicht mehr. Mittlerweile seien die ersten gemeinsamen Workshops in Montpellier gelaufen, von denen seine Mitarbeiter ganz begeistert zurückgekehrt seien, berichtet Buch. Der Vonovia-Chef will nichts ausschließen, auch ein Investment in Frankreich nicht. Doch bevor es überhaupt konkretere Pläne gebe, müsse jetzt erst einmal analysiert werden.

Ohnehin bleibt Buch bei Zukäufen vorsichtig: „Ich kann Ihnen versprechen, dass es bis zum Jahresende keine wesentlichen Überraschungen mehr geben wird“, erklärt der Vonovia-Chef. Buch stapelt tief, und er kann sich diesen Luxus leisten. Er konnte die Mieterlöse bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent erhöhen, obwohl die Zahl der Wohnungen nur um zwei Prozent auf 354.000 stieg.

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