Wohnungsmarkt

Deutschland will bauen

Seit 16 Jahren wurden nicht so viele Wohnungsbauten genehmigt wie im ersten Halbjahr dieses Jahres. Doch genehmigt ist nicht gebaut, warnen Experten und sind sicher, dass Wohnraum weiter knapp und teuer bleibt.
Update: 18.08.2016 - 13:54 Uhr 12 Kommentare
Die Zahl der Baugenehmigungen ist deutlich gestiegen. Quelle: dpa
Aufbau eines Fertighauses

Die Zahl der Baugenehmigungen ist deutlich gestiegen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIn den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden so viele Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt wie zuletzt vor 16 Jahren. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis Juni 182.800 Wohnungen genehmigt, 30,4 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. Rund 80.000 Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, was gleichfalls einem Plus von gut 30 Prozent entspricht.

Doch von einem Wohnungsbauboom ist keine Rede – nicht bei den Wohnungsverbänden und Marktforschern. Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen reicht immer noch nicht aus, um den Bedarf von jährlich 400.000 neuen Wohnungen gerade in den wachsenden Ballungsräumen zu decken“, stellt Gedaschko fest und ergänzt: „Genehmig ist noch lange nicht gebaut.“

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen warnt vor „falschem Spiel mit schönen Zahlen“. Durch den Anstieg der Baugenehmigungszahlen werde die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren nicht geringer, kommentiert BFW-Präsident Andreas Ibel die Zahlen.

Reiner Braun, Vorstand des Immobilienmarktforschers Empirica, stimmt ihm zu: „Selbst wenn alle genehmigten Gebäude sofort gebaut würden, dauert es zwei bis drei Jahre, bis sie fertiggestellt sind.“ Nach Empirica-Rechnungen müssten von 2015 bis 2020 jedes Jahr 360.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Diese Zahl sei im vergangenen Jahr unterschritten worden und auch im ersten Halbjahr 2016 seien nicht so viele Gebäude bezugsreif geworden wie nötig.

GdW-Präsident Gedaschko nutzt den Kommentar zur Genehmigungsstatistik zu einem Seitenhieb auf die Politik. Steigende Grunderwerbsteuern, hohe Anforderungen an die Energieeffizienz kombiniert mit den Vorhaben den Mietspiegel zu verbreitern und die Modernisierungsumlage zu schmälern führten dazu, „dass die Neubautätigkeit nicht ausreichend an Fahrt aufnehmen kann“.

Die Bundesregierung bereitet gegenwärtig Gesetze vor, wonach die vergangenen acht Jahre statt wie bisher die letzten vier Jahre in die Mietspiegelberechnung einfließen sollen. Die Folge wären sinkende Mietspiegelmieten. Die wiederum sind maßgeblich für die in den meisten Großstädten gültige Mietpreisbremse. Sie begrenzt Mieterhöhungen bei Wiedervermietung. Der Vermieter darf vom neuen Mieter die Mietspiegelmiete plus maximal zehn Prozent verlangen.

„Preise und Mieten werden weiter steigen“
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12 Kommentare zu "Wohnungsmarkt: Deutschland will bauen"

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  • Prof. Dr. Spiegel18.08.2016, 18:01 Uhr Alias Troll

    Die Gefängnis-Aktien sind eingebrochen, das erklärt warum der Troll immer noch seinen Käse hier von sich gibt.


  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA

  • Prof. Dr. Spiegel18.08.2016, 17:27 Uhr
    Handelsblatt, wann sperren Sie diesen Kranken ?



  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA


  • Die beste Bundesregierung, ever, muss bauen. Hätten die mal vor 2015 etwas für die deutsche Bevölkerung übrig gehabt, für die Arbeitslosen, die jugendlichen, die sozial schwachen, nein, sie alle wurden im Stich gelassen.
    Da sich die Altparteien lieber um die Wirtschaftsreisenden kümmert als um die eigene Bevölkerung ist nun vielen nicht mehr so ganz neu, und täglich merken es mehr.
    Vor 50 Jahren zahlte der Durchschnittsverdiener nur einen halb so hohen Steuersatz wie heute.
    Vor 50 Jahren durfte man jedes Jahr 3 Monatsgehälter steuerfrei, freiberuflich dazuverdienen.
    Trotz aller Steuer und Abgabenerhöhungen und trotz Maut haben wir Strassen wie im Mittelalter.
    800 Milliarden gehen jedes Jahr für soziale Ausgaben drauf
    Das sind monatlich 1000 Euro, oder 2000 für die hälfte der bedürftigen, während die andere Hälfte 2000 Euro abgezogen bekommt.
    Diese "Wirtschaftsreisenden" und die welche noch auf der "Walz" zu uns sind werden den endgültigen Kollaps unseres Sozialsystems bringen.

  • In Deutschland ist die Bevölkerungsdichte ca. doppelt so hoch als im EU-Durchschnitt. Siehe hierzu auch: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/74693/umfrage/bevoelkerungsdichte-in-den-laendern-der-eu/
    Da wird natürlich der Wohnraum knapp. Ökologisch eine Katastrophe. Überbevölkerung führt zu Agressionen und Kriegsbereitschaft. Das ist geschichtlich erwiesen. Dieses ernst zu nehmende Problem wird von den Politikern gerne übersehen. Eine Mietpreis-Bremse ist ein Witz, wenn gleichzeitig der Staat die Mieten für Menschen, die die Kosten für ihren Wohnraum nicht selbst aufbringen können, komplett übernimmt und Mieten in Städten bezahlt, die die arbeitende Bevölkerung sich nicht mehr leisten kann. Würden die Städte und Kommunen lediglich einen festen (Sozialhilfe)Betrag pro Erwachsenen und pro Kind bezahlen und die Familien müssten aus diesem Budget ihre Mieten selbst bezahlen und würden die Wohngeldzuschüsse für Geringverdiener nicht durch den Staat aufgestockt, könnten die überteuerten Mieten nicht bezahlt werden. Danach würde der Wohnraum entweder leer stehen oder die Vermieter müssten zu realistischen, durch die Mieter (und nicht durch den Staat) aufzubringenden Mieten vermieten. Und wer sich die teuren Städte nicht leisten kann, zieht dann eben auf’s Land. Hier würden dann auch die Leerstände verringert. Da der Staat jedoch massiv in Angebot und Nachfrage eingreift, führt das in Deutschland zu einem, in anderen Ländern nicht derart verzerrten, Wohnungsmarkt.

  • @Peter Noack,
    Kommen Sie ins Rhein-Main Gebiet.
    In Mainz gibt es kaum noch bezahlbare Wohnungen. In den anderen Städten wie Wiesbaden, Ingelheim usw. sieht es kaum besser aus. Die Kaltmietpreise gehen inzwischen stramm auf 12€ pro qm zu. Eine 80-100qm Wohnung kostet dann gut und gerne über 1000€ kalt.
    Die Preise für Wohnungen steigen auf 4000€ pro qm. In besseren Bauten auf 5000€.
    Die Preise im Umland liegen inzwischen über 300€ pro qm. Direkt in den Vororten in Neubaugebieten zahlen Kaufwillige über 600€ pro qm nur für das Bauland.

    Kurzum: Man muss über eine h Fahrtzeit aufbringen, um sich als Normalbürger ein gutes Grundstück zu leisten (die Häuser werden ja auch immer teurer!). Dann ist man auf dem Land und hat kaum einen guten Internetzugang.

  • Falsche Gundlagen und falsche Schlußfolgerung.

    1. Es feht Differenzierung Ballungsräume und ländliche oder wirtschaftlich schwache Gebiete.
    In den ländlichen / wirtschaftlich schwachen Gebieten steigt der Leerstand durch Wegzug.

    2. Die Baugenehmigung stammen hauptsächlich aus Anträgen, die vor dem Thema Milieuschutz und Mietpreisbremse sowohl Flüchtlingsthematik eingereicht wurden. In Berlin beispielsweise gehen die Unternehmen allesamt weg vom Bau von Mietwohnungen, es werden Eigentumswohnungen gebaut.

    Daher ist die Zahl der Bauanträge für sich absolut nichtssagend.

  • @Prof.Dr Spiegel
    Schon klar, ich finde nur, dass unte allen Umständen für den nichtinformierten Bundesbürger das perfekte Bild der Staatssimulation aufrecht erhalten werden soll, um späteres umfangreiches Umetikettieren in den Wahllokalen zu vermeiden.

  • Wohnraum bleibt knapp???
    So ein schmarrn! Der Leerstand an Wohnungen in den Dörfern steigt immer mehr und auch in schrumpfenden Regionen des Ostens oder in NRW steigt der Leerstand. Es ist an Dummheit kaum zu übertreffen, wenn wenige Ballungsräume in Hessen, Bayern, Baden Württemberg sowie Hamburg und Berlin als Kronzeugen für eine Immobilienblase herhalten müssen.
    So lange Mieten wirtschftlich interesanter ist als Wohneigentum, müssen die Mieten eben stärker steigen als die Kaufpreise. Natürlich kann der Staat als Bund, Länder und Kommunen so vieleWohnungen bauen, dass der Wohnungsmarkt zusammenbricht. Können kann er das. Soll er das auch wollen?
    An diesem Thema scheitern Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft regelmäßig.

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