Wohnungsmarkt
Deutschland will bauen

Seit 16 Jahren wurden nicht so viele Wohnungsbauten genehmigt wie im ersten Halbjahr dieses Jahres. Doch genehmigt ist nicht gebaut, warnen Experten und sind sicher, dass Wohnraum weiter knapp und teuer bleibt.
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DüsseldorfIn den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden so viele Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt wie zuletzt vor 16 Jahren. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis Juni 182.800 Wohnungen genehmigt, 30,4 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. Rund 80.000 Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, was gleichfalls einem Plus von gut 30 Prozent entspricht.

Doch von einem Wohnungsbauboom ist keine Rede – nicht bei den Wohnungsverbänden und Marktforschern. Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW: „Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen reicht immer noch nicht aus, um den Bedarf von jährlich 400.000 neuen Wohnungen gerade in den wachsenden Ballungsräumen zu decken“, stellt Gedaschko fest und ergänzt: „Genehmig ist noch lange nicht gebaut.“

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen warnt vor „falschem Spiel mit schönen Zahlen“. Durch den Anstieg der Baugenehmigungszahlen werde die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren nicht geringer, kommentiert BFW-Präsident Andreas Ibel die Zahlen.

Reiner Braun, Vorstand des Immobilienmarktforschers Empirica, stimmt ihm zu: „Selbst wenn alle genehmigten Gebäude sofort gebaut würden, dauert es zwei bis drei Jahre, bis sie fertiggestellt sind.“ Nach Empirica-Rechnungen müssten von 2015 bis 2020 jedes Jahr 360.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Diese Zahl sei im vergangenen Jahr unterschritten worden und auch im ersten Halbjahr 2016 seien nicht so viele Gebäude bezugsreif geworden wie nötig.

GdW-Präsident Gedaschko nutzt den Kommentar zur Genehmigungsstatistik zu einem Seitenhieb auf die Politik. Steigende Grunderwerbsteuern, hohe Anforderungen an die Energieeffizienz kombiniert mit den Vorhaben den Mietspiegel zu verbreitern und die Modernisierungsumlage zu schmälern führten dazu, „dass die Neubautätigkeit nicht ausreichend an Fahrt aufnehmen kann“.

Die Bundesregierung bereitet gegenwärtig Gesetze vor, wonach die vergangenen acht Jahre statt wie bisher die letzten vier Jahre in die Mietspiegelberechnung einfließen sollen. Die Folge wären sinkende Mietspiegelmieten. Die wiederum sind maßgeblich für die in den meisten Großstädten gültige Mietpreisbremse. Sie begrenzt Mieterhöhungen bei Wiedervermietung. Der Vermieter darf vom neuen Mieter die Mietspiegelmiete plus maximal zehn Prozent verlangen.

Kommentare zu " Wohnungsmarkt: Deutschland will bauen"

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  • Prof. Dr. Spiegel18.08.2016, 18:01 Uhr Alias Troll

    Die Gefängnis-Aktien sind eingebrochen, das erklärt warum der Troll immer noch seinen Käse hier von sich gibt.


  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.


    HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA

  • Prof. Dr. Spiegel18.08.2016, 17:27 Uhr
    Handelsblatt, wann sperren Sie diesen Kranken ?

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