Wohnungsmarkt gilt als Frühindikator
Immobilienpreise in London geben nach

In London sind die Preise für Wohnimmobilien ins Rutschen geraten. Seit Juni 2004 haben sich die Häuser in der britischen Hauptstadt innerhalb von zwölf Monaten um 2,4 Prozent verbilligt. Damit scheint sich eine Preiswende abzuzeichnen, da sich die Wohnungspreise in den zehn Jahren bis Mitte 2004 mehr als verdreifacht hatten.

HB LONDON. Bisher ist der Preisrückgang am privaten Wohnungsmarkt auf London beschränkt. Im übrigen Land haben sich Häuser um 3,7 Prozent verteuert, geht aus den Daten der größten britischen Hypothekenbank HBOS hervor. Für die Bank ist die Entwicklung am Londoner Wohnungsmarkt ein Frühindikator für den gesamten britischen Immobilienmarkt, der auf ein Volumen von sechs Billionen Dollar kommt.

„London gibt im Zyklus am Immobilienmarkt den Trend vor. Dort steigen die Preise als erstes und schneller als auf der übrigen Insel,“ berichtet Martin Ellis, Chef-Ökonom bei HBOS. Für die Schwäche am Londoner Immobilienmarkt sind die britischen Währungshüter verantwortlich, sagt Holger Schmieding, Co-Leiter europäische Konjunktur bei der Bank of America in London. „Die Bank of England hat die Zinsen Ende 2003 und Anfang 2004 zu aggressiv erhöht, um den Konjunkturboom abzubremsen, der durch den kräftigen Anstieg der Hauspreise ausgelöst wurde. Das Ziel hat sie sicherlich erreicht,“ erklärt Schmieding.

Notenbank Gouverneur Mervyn King erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die Abschwächung am Immobilienmarkt zu den niedrigeren Konsumausgaben beigetragen haben. Diese wiederum hätten das Wachstum abgebremst. „Es hat immer eine Verbindung zwischen den Preisen für Häuser und den Konsumausgaben gegeben. Ein Teil der Abschwächung ist sicherlich auf den geringeren Preisanstieg bei Häusern zurückzuführen,“ erläuterte King. Bei den Briten macht das Immobilienvermögen 55 Prozent vom Gesamtvermögen von 3,2 Billionen Pfund (4,68 Billionen Euro) aus.

Auch die Immobilienbranche leidet unter der Abschwächung in London. Countrywide, Großbritanniens größter Immobilienmakler, hat bereits Büros geschlossen und Mitarbeiter entlassen. „Die Preise sinken und die Wohnungsbaugesellschaften greifen auf eine ganze Reihe von Anreizen zurück, um Käufer anzuziehen – beispielsweise kostenlose Teppiche, Möbel, Rechtsgebühren, Anzahlungen,“ berichtet Mark Hughes, Analyst bei Numis Securities in Liverpool.

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