Wohnungsmarkt
In Hamburg fehlt der Nachschub

Hamburg braucht 6 000 bis 8 000 Wohnungen, um die Nachfrage in der Hansestadt zu befriedigen. Das Problem: Für größere Projekte steht wenig Bauland zur Verfügung und Investoren setzen ihre Hoffnungen vor allem auf das hochpreisige Segment. Erschwingliche Wohnungen gibt es kaum.

HAMBURG.Wer in Hamburg eine Mietwohnung sucht, muss lange suchen. „Wir haben 6 000 bis 8 000 Wohnungen zu wenig“, klagt Marielle Eifler, Sprecherin des Hamburger Mietervereins. Und auch Stefan Mergen von Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL) konstatiert: „Die Elbmetropole läuft der wachsenden Wohnungsnachfrage hinterher.“ In einer Studie des Beratungshauses wird insbesondere vor einer Unterversorgung im preisgünstigen, familienfreundlichen Bereich gewarnt. Denn Nachschub an erschwinglichen Wohnungen gebe es kaum: Für größere Projekte stehe wenig Bauland zur Verfügung und Investoren setzten ihre Hoffnungen vor allem auf das hochpreisige Segment, so Mergen. Von einem „Notstand an der Elbe“ spricht gar Joern Olaf Ridder vom Maklerunternehmen Grossmann & Berger. Altbauwohnungen mit mehr als drei Zimmern zu Kaltmieten zwischen neun Euro und elf Euro pro Quadratmeter (qm) seien nicht mehr verfügbar. Und selbst Neubauwohnungen in dieser Größe bekomme man als Mieter erst ab 13,50 Euro.

Der Mieterverein prangert den Wohnungsmangel in Hamburg seit Jahren an und fordert mehr Engagement von der Stadt. Beispiel Hafencity: Auf der größten Baustelle der Stadt entstehen nicht nur Vorzeige-Bürohäuser, sondern auch Wohnungen. Allerdings liegt im Überseequartier, dem Herzen der Hafencity, der Anteil an Gewerbeflächen etwa doppelt so hoch wie der für Wohnraum: 120 000 qm Büros sind geplant, doch nur 55 000 qm Wohnungen. Damit habe die verantwortliche Überseequartier Beteiligungsgesellschaft die Auflagen der Stadt schon um ein Drittel übererfüllt, erklärt Geschäftsführer Nikolaus Bieber: „Derzeit befinden sich bei uns rund 370 Wohnungen im Bau.“ Mietern mit kleinem Budget nützt das wenig: Laut JLL-Studie müssen sie in der Hafencity durchschnittlich mehr als 20 Euro pro qm im Monat berappen. Die Höchstpreise beim Kauf liegen bei 11 000 Euro pro qm im Marco Polo-Tower – nur für den Rohbau. asb

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