Wohnungsmarkt

Kleinvermieter werden nicht reich

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Modernisierungskosten werden nicht so konsequent umgelegt
Daran scheitert der Immobilienkauf
Hinein ins Eigenheim?
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Der Immobilienmarkt in Deutschland ist ein regelmäßig heiß diskutiertes Thema, über die Folgen steigender Häuserpreise wird gerne geschrieben und gesprochen. Wohneigentum ist für viele mittlerweile nicht mehr drin – aus verschiedenen Gründen, wie eine Studie zeigt. Was sind die Gründe? Die PSD Bank versucht eine Bestandsaufnahme über die Einstellung der Deutschen zum Immobilienmarkt.

Entfernung um Arbeitsplatz
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Bundesweit pendeln 60 Prozent aller Arbeitnehmer zu ihrem Job. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Wer sich für den Kauf von Wohneigentum entschließt, würde sicher gerne zu den übrigen 40 Prozent gehören – leichter gesagt als getan: Eine akzeptable Entfernung zum Arbeitsplatz ist für 30 Prozent der Befragten eines der größten Hindernisse auf dem Weg hin zu den eigenen vier Wänden.

Hohe Auflagen und Forderungen der Bank
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Banken setzen auf Sicherheit: Wer keine positive Schufa-Auskunft, Wertpapiere oder Sparbücher und ein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann, hat schlechte Chancen auf ein Darlehen. Grund genug für 32 Prozent der Befragten, die Kreditvergabe beim Häuser- oder Wohnungskauf als hohe Hürde einzuordnen.

Soziales Umfeld
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Eine RTL-Forsa-Umfrage weiß: 94 Prozent der Deutschen finden es selbstverständlich, einen guten Kontakt zu ihren Nachbarn zu pflegen. 32 Prozent der potenziellen Häuslebauer und Häuslekäufer fällt es wohl auch deswegen umso schwerer, sich für ein passendes soziales Umfeld zu entscheiden.

Passende Lage
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Deutsche Arbeitnehmer möchten nicht nur sich, sondern auch ihren Kindern weite Anfahrtswege ersparen. 33 Prozent der Befragten geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, eine Immobilie mit guter Verkehrsanbindung und nahegelegenen Schulen und Kindertagesstätten zu finden.

Das passende Grundstück
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Für viele soll das erworbene Eigenheim das Zuhause bis ins hohe Alter bleiben. Ein passendes Grundstück zu finden ist deshalb kein leichtes Unterfangen: 36 Prozent halten die Grundstückssuche für eines der größten Probleme beim Kauf von Wohneigentum. Insbesondere in den Randlagen von Ballungsgebieten – wie beispielsweise rund um Berlin und Frankfurt – sind Grundstücke teuer und begehrt.

Bau- und Sanierungskosten
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Ist der Kredit bewilligt und das passende Grundstück gefunden, hören die Schwierigkeiten bei vielen nicht auf: 37 Prozent der Befragten schätzen, dass hohe Bau- und Sanierungskosten ihnen beim Wohneigentumserwerb ein Schnippchen schlagen könnten. Insbesondere auf pfuschende Handwerker und Baufirmen sollten Bauherren Acht geben.

Allerdings war das Risiko bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse erwischt und bestraft zu werden in der Vergangenheit gering. In den Ballungsgebieten mit knappem Wohnraum scheuten Mieter die Konfrontation mit den Vermietern, weil sie froh waren eine Wohnung gefunden zu haben. Mietervertreter stellten kaum Beschwerden darüber fest, dass Vermieter bei der Wiedervermietung die Mieten verbotenerweise um mehr als zehn Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete anhoben.

Die IW Studie stellt weiterhin fest, dass Kleinvermieter nach energetischer Sanierung die Modernisierungskosten weniger konsequent umlegen als die Profis. In 46 Prozent der Fälle verzichteten private Vermieter trotz energetischer Sanierungen auf Mieterhöhungen. Bei den Wohnungsunternehmen seien es nur neun Prozent gewesen. Das Gesetz erlaubt, jährlich elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Miete umzulegen.

Trotzdem nimmt die Zahl der Kleinvermieter zu. Heute gehören ein Viertel mehr Menschen dazu als vor 15 Jahren. Ihr Anteil an den privaten Haushalten hat IW Köln zufolge in dieser Zeit von 7,8 auf 9,3 Prozent zugenommen. Die niedrigen Zinsen haben dazu beigetragen und den Kauf von sogenannten Zinshäusern populär gemacht. Das sind Mietblocks mit häufig sechs bis zehn Wohnungen, die insbesondere von kleinen Selbständigen als Altersvorsorge gekauft wurden.

Das IW Köln resümiert: „Es ist also davon auszugehen, dass vermehrt private Haushalte die günstigen Marktbedingungen genutzt und Wohnimmobilien erworbene haben, um sie anschließend dem Mietwohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen.“ Dass die Wohnungsvermietung nach wie vor als Altersvorsorge beliebt ist, lässt sich daran ablesen, dass private Kleinvermieter im Durchschnitt 59,8 Jahren alt sind und damit gut sechs Jahre älter sind als die übrigen privaten Haushalte.

Die Ergebnisse des IW basieren wesentlich auf der Auswertung des Sozio-oekonomische Panels (SOEP). Dabei handelt es sich um eine repräsentative Befragung von privaten Haushalten und Personen, die seit 1984 auf jährlicher Basis durchgeführt wird. Die zuletzt veröffentlichte Befragungswelle aus dem Jahr 2015 beinhaltet laut IW Mikrodatensätze zu mehr als 19.000 Haushalten und 37.000 Einzelpersonen.

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1 Kommentare zu "Wohnungsmarkt: Kleinvermieter werden nicht reich"

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  • Wenn jemand so blöd ist, entgegen der allgemeinen Enteignung eine Wohnung zu kaufen, wird nie reich, das haben sie richtig erkannt.

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