Wohnungsverkauf
Finanzinvestoren machen Kasse

Die ersten großen Finanzinvestoren verabschieden sich bereits wieder vom deutschen Wohnungsmarkt. Die Private-Equity-Gesellschaft Cerberus verkauft ihre Wohnimmobiliengesellschaft Baubecon an eine Fondsgesellschaft der Deutschen Bank und die börsenotierte italienische Immobiliengesellschaft Pirelli Real Estate (Pirelli Re) für rund 1,7 Mrd. Euro. Damit trennt sich nach Blackstone ein weiterer Großinvestor binnen kurzer Zeit von seinem deutschen Wohnungsbestand.

DÜSSELDORF / FRANKFURT. Das von dem Deutsche-Bank-Fonds RREEF Global Opportunities Fund und Pirelli Re übernommene Cerberus-Paket entspricht einer Nutzfläche von 1,8 Mill. Quadratmetern. An dem Gemeinschaftsunternehmen sind der RREEF-Fonds zu 60 Prozent und Pirelli zu 40 Prozent beteiligt. Die Käufer zahlen rund 960 Euro pro Quadratmeter – ein Spitzenwert für Wohnungen (Tabelle).

Bereits vor vier Monaten hatte der opportunistische Investor Blackstone 31 000 Wohnungen für 1,6 Mrd. Euro mit Gewinn an institutionelle Investoren veräußert. Blackstone hatte die Wohnungen 2004 von der deutschen Beteiligungsgesellschaft WCM gekauft. Opportunisten sind risikofreudige Anleger, die ihre oft zu über 90 Prozent fremdfinanzierten Immobilien rasch wieder abstoßen. „Ein Teil der Opportunisten, die kurzfristige Rendite- und Gewinnchancen auf dem deutschen Wohnungsmarkt gesucht haben, veräußern ihre Engagements in Deutschland“, stellt der Chef der Corpus-Immobiliengruppe, Michael Zimmer, fest. Die gleiche Beobachtung macht Hartmut Fründ, Partner bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young: „Die opportunistischen Finanzinvestoren sind dabei umzuschichten.“ Zimmer von Corpus beobachtet aber auch einen zweiten Trend: „In zunehmendem Maß treten auch Investoren in den Markt, die an einem kontinuierlichen Cash-Flow und langfristigen Beständen interessiert sind.

Genau zu dieser Gruppe zählt sich der RREEF-Fonds – ungeachtet des Begriffs „Opportunities“, den er im Namen führt. Nach Angaben der Deutschen Bank ist der Fonds nicht kurzfristig ausgerichtet. „Langfristig orientierte Investoren können höhere Preise zahlen“, sagt Ernst-&-Young-Immobilienexperte Fründ. Diese Investoren setzen vor allem auf langfristig stabile Einnahmen. Sie haben die Geduld, auf den für Deutschland prognostizierten Mietanstieg zu warten. Zurzeit werden in Deutschland weniger Wohnungen gebaut als nötig. Doch die Zahl der Haushalte und damit der Bedarf an Wohnraum wächst. So gelingt es den großen Wohnungsunternehmen, Leerstand abzubauen und ihre Renditen zu verbessern. Auch die Deutsche Bank und RREEF wollen ihre Erträge auf diese Weise erhöhen. Darüber hinaus soll das Portfolio saniert und weiterentwickelt werden, um den Wert zu steigern.

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