Wohnungswirtschaft

Baukosten steigen weiter

Die Regierung hat ein Bündnis für Bauen und Wohnen auf den Weg gebracht und eine Baukostensenkungskommission. Während diese bislang ergebnislos tagen, steigen die Baukosten weiter. Die Wohnungswirtschaft schlägt Alarm.
Kommentieren
Der Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) schlägt Alarm: Investitionen in den Wohnungsbau würden 2015 deutlich ansteigen. Quelle: dpa
Teures Bauen

Der Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) schlägt Alarm: Investitionen in den Wohnungsbau würden 2015 deutlich ansteigen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Wohnungswirtschaft fordert erneut Bund, Länder und Kommunen auf, „endlich einzugreifen, um das Wohnen für Haushalte mit mittleren und unteren Einkommen erschwinglich zu halten“. Es sei dringend notwendig, die Kostentreiber beim Wohnungsbau zu begrenzen, heißt es in einer Pressemitteilung zur Jahresbilanz des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), die am Montag offiziell vorgestellt wird.

In Deutschland werde zwar kräftig gebaut; die Investitionen in den Wohnungsbau würden 2015 deutlich ansteigen. „Ausgelöst durch den großen Neubaubedarf in einigen Ballungsregionen planen die Unternehmen eine Ausweitung der Neubauinvestitionen um 25,7 Prozent“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko dem Handelsblatt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: „Bauen wird immer teurer und komplizierter“, so Gedaschko. Neubau finde daher zum Großteil nur noch im oberen Mietpreissegment statt. „Die Ursachen dafür liegen in überhöhten technischen Anforderungen, unter anderem an die Energieeffizienz, steigenden Preisen für Baugrund und höheren Baukosten.“

Warum es in Deutschland (fast) keine Blase gibt
Hype ja, Blase nein
1 von 9

In Deutschland gibt es keine Immobilienblase. Zu diesem klaren Ergebnis kommen die Analysten der Commerzbank. Wer auf die Immobilienkaufpreise vor seiner Haustür schaut, möchte den Experten womöglich widersprechen. Die Experten nennen für ihr Urteil mehrere Gründe...

Quelle: Commerzbank Economic Research

„Es gibt Übertreibungen“
2 von 9

Zunächst räumen die Experten allerdings ein, dass es am deutschen Immobilienmarkt heiß her geht. Sie sprechen von „Übertreibungen“ in Großstädten wie Frankfurt am Main. So seien die Kaufpreise in der Bankenstadt um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bundesweit seien die Preise in den ersten beiden Quartalen 2015 jeweils um drei Prozent gestiegen.

Die Mieten steigen mit
3 von 9

Das erste Argument: Die Mieten steigen mit. Die Experten räumen ein, dass die Preise für Wohneigentum in Deutschland seit Jahren merklich ansteigen. Doch da Mieten ebenfalls steigen, sei die Schere zwischen Kaufpreis und Miete kleiner als im historischen Durchschnitt. Zum Jahrtausendwechsel sei die Differenz sogar noch größer gewesen als heute. Die Kaufpreise seien den Mieten in den vergangenen Jahren also nicht davongerannt.

Großstädte sind Ausnahmefall
4 von 9

Anders sei dies allerdings in den Großstädten. In fünf deutschen Metropolen (München, Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Köln) seien die Kaufpreise den Mieten davongerannt. Das Preis-Mieten-Verhältnis habe in den vergangenen vier Jahren um 16 Prozent angezogen. Die Analysten werten dies als „markanten“ Anstieg.

Die Löhne steigen mit
5 von 9

Weiteres Argument gegen eine Preisblase am deutschen Immobilienmarkt: Die Nettolöhne steigen genauso schnell wie die Immobilienpreise. Seit 2012 haben sich die Häuserpreise im Einklang mit den Löhnen entwickelt. Aber auch hier gibt es wieder eine Einschränkung: Das gelte nicht für die Großstädte. Dort seien seit Mitte 2011 die Häuserpreise über 20 Prozent mehr als das verfügbare Einkommen gestiegen.

Kein Boom bei Kreditanträgen
6 von 9

Die Analysten der Commerzbank argumentieren weiter: Die Wohnungsbaukredite legen nur langsam zu. Sie seien in den ersten zwei Quartalen 2015 „nur“ um drei Prozent gestiegen, was hinsichtlich der niedrigen Zinsen niedrig sei. Es gebe auch keine Anzeichen, dass sich Privatpersonen übermäßig verschulden, um eine Immobilie zu kaufen. Das Verhältnis zwischen Krediten und Löhnen sei nämlich noch immer vergleichsweise niedrig.

Kein Bauboom
7 von 9

Ebenfalls sei von einem Bauboom, der oft ein Indiz für eine Immobilienblase ist, noch nichts zu sehen. Die Investitionen in den Wohnungsbau seien zwar seit 2011 gestiegen, sind nach Angaben der Bank aber mit einem Plus von sechs Prozent noch relativ niedrig.

Zudem bleibt die Wirtschaftlichkeit zunehmend auf der Strecke: Bei ambitionierten energetischen Standards stiegen die Kosten aufgrund des hohen baukonstruktiven und anlagentechnischen Aufwandes exponentiell an, während das Einsparpotenzial beim Energieverbrauch immer kleiner werde, bemängelt der GdW.  Die Wirtschaftlichkeit von Wohnungsneubauten verschlechtere sich also zunehmend, je höher das energetische Anforderungsniveau ausfalle. „Bereits für den energetischen Standard, den die Energieeinsparverordnung ab 2016 vorschreibt, kann die Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen werden.“

Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte ein Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen auf den Weg gebracht, ebenso eine Baukostensenkungskommission. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor. Bis Ende Juli will das Ministerium Handelsblatt-Informationen zufolge einen Entwurf mit Vorschlägen präsentieren.

Startseite

0 Kommentare zu "Wohnungswirtschaft: Baukosten steigen weiter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%