Zeilgalerie in Frankfurt

Aus für das „Peanuts“-Einkaufszentrum

Das Unwort 1994 stammte vom damaligen Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper: „Peanuts“. Es ging um offene Handwerkerrechnungen – unter anderem beim Bau der Zeilgalerie in Frankfurt. Das Gebäude wird jetzt abgerissen.
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Die Zeilgalerie steht vor dem Aus. Das Einkaufszentrum in der Frankfurter Innenstadt soll abgerissen werden. Quelle: dpa

Die Zeilgalerie steht vor dem Aus. Das Einkaufszentrum in der Frankfurter Innenstadt soll abgerissen werden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Ende der Frankfurter Zeilgalerie ist besiegelt: Das Einkaufszentrum auf der Haupteinkaufsstraße der Main-Stadt wird abgerissen. Das gab der Miteigentümer RFR bekannt. Zuerst hatte über das Aus die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Die Immobiliengesellschaft RFR war erst im Herbst 2014 gemeinsam mit DC Value bei der Zeilgalerie eingestiegen.

Das Aus für die ab 1992 errichtete Zeilgalerie kommt nicht überraschend. Über einen Abriss war schon seit Monaten spekuliert worden. Trotz einer millionenschweren Sanierung im Jahr 2011 blieb das Interesse von Einzelhändlern und Kunden aus, etliche Läden standen leer – besonders in den oberen Etagen.

Aus für Ü-30-Heizkessel und kalte Dachräume
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Höhere Steuern beim Hauskauf:

Wer ein Grundstück, ein Haus oder eine Wohnung kauft, muss in zwei Bundesländern seit dem 1. Januar 2015 mehr Grunderwerbsteuer zahlen: Der Steuersatz klettert in Nordrhein-Westfalen um 1,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent (bisher fünf Prozent). Im Saarland liegt er dann ebenfalls bei 6,5 Prozent (bisher: 5,5 Prozent). Wer in Nordrhein-Westfalen ein Grundstück mit Haus für 250.000 Euro kauft, muss dafür jetzt 12.500 Euro an den Staat abführen, darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Ab Januar 2015 sind es 16.250 Euro. Schon andere Bundesländer hatten ihre Grunderwerbsteuer in den vergangenen Jahren auf 6,5 Prozent erhöht.

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Dachräume müssen gedämmt werden:

Dachräume, die nicht beheizt werden, müssen Hausbesitzer bis Ende 2015 so dämmen, dass der Mindestwärmeschutz gewährleistet ist. Davon ausgenommen sind nur Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die in ihrer Immobilie mindestens seit 1. Februar 2002 selbst wohnen. In diesen Fällen greift die Dämmpflicht erst bei einem Wechsel des Eigentümers. Der neue Eigentümer hat dann zwei Jahre Zeit, die Dämmung anzubringen. Die Dämmpflicht gilt für alle zugänglichen obersten Geschossdecken, unabhängig davon, ob sie begehbar sind oder nicht.

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Austauschpflicht für alte Heizkessel:

Öl- und Gas-Standardheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, dürfen seit 1. Januar 2015 nicht mehr betrieben werden. Zunächst sind vor 1985 eingebaute Geräte auszutauschen. Eine Ausnahme gilt für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die diese schon am 1. Februar 2002 bewohnt haben. Sie dürfen die alten Kessel weiter betreiben. In allen anderen Fällen beschränkt sich die Pflicht zum Austausch auf Konstanttemperaturkessel üblicher Größe.

Immobilienanzeigen: Ab Mai müssen Energiedaten genannt werden
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Energiekennwert im Inserat:

Ab dem 1. Mai 2015 müssen in Immobilienanzeigen für Wohngebäude sämtliche Pflichtangaben zur Energie-Effizienz gemacht werden. Andernfalls droht ein Bußgeld. Verkäufer und Vermieter müssen die im Foto aufgezählten Angaben machen. Wer einen Energieausweis hat, der nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurde, muss darüber hinaus die darin aufgeführte Effizienzklasse veröffentlichen. Die Pflicht, die Daten anzugeben, gilt bereits seit 1. Mai 2014, Verstöße werden aber erst ab Mai 2015 geahndet.

Heizung
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Effizienz-Label für Heizungen

Ab 26. September 2015 müssen erstmals Heizungen und Warmwasserbereiter im Handel ein Effizienzlabel tragen und Mindestanforderungen in Sachen Energieverbrauch erfüllen. Grund ist die europäische Ökodesignrichtlinie für Wärmeerzeuger. Sie gilt nicht für Lufterhitzer, sondern nur für Warmwasserpumpenheizungen bis 400 Kilowatt Wärmeleistung, die mit Gas, Öl oder Strom betrieben werden. Für alle Gerätekategorien gibt es dasselbe Label mit den Klassen A++ bis G und denselben Grenzwerten für den Verbrauch. Doch die Prüfbedingungen sind von Geräteart zu Geräteart unterschiedlich. Laut der Verbraucherzentrale NRW können Quervergleiche daher in die Irre führen.

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Meldepflicht für Warmwasser- und Heizwärmezähler:

Seit dem 1. Januar 2015 gilt für neue Warmwasser- und Heizwärmezähler, mit deren Daten die Abrechnung der Betriebskosten erstellt werden, eine Anzeigepflicht. Sowohl Hauseigentümer als auch Wohnungseigentümergemeinschaften müssen ein solches Gerät spätestens sechs Wochen, nachdem sie es in Betrieb genommen haben, melden. Dies wird bundesweit im Internet (www.eichamt.de) möglich sein und bei den jeweils für das Mess- und Eichwesen zuständigen Landesbehörden. Wer seinen Zähler nicht meldet, riskiert ein Bußgeld.

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Kaminöfen:

Strengere Vorgaben für Kaminöfen gelten seit 1. Januar 2015 für den Ausstoß von Staub und Kohlenmonoxid (CO). Waren bisher abhängig von der Geräteart 2,0 bis 2,5 Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Abgas zulässig, liegt der Wert für Neugeräte nun generell bei 1,25 Gramm. Der Grenzwert für Staub sinkt von 0,075 auf 0,040 Gramm je Kubikmeter. Diese Werte müssen im Rahmen der Typprüfung nachgewiesen werden, bevor ein Ofen auf den Markt gebracht wird.

Das Bild aus 1997 zeigt den damaligen Deutsche-Bank-Chef beim Besuch eines Gerichtsverfahrens wegen der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider. Kopper war als Zeuge geladen. Quelle: ap
Hilmar Kopper

Das Bild aus 1997 zeigt den damaligen Deutsche-Bank-Chef beim Besuch eines Gerichtsverfahrens wegen der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider. Kopper war als Zeuge geladen.

(Foto: ap)

Negative Schlagzeilen hatte die Zeilgalerie sogar schon vor ihrer Eröffnung gemacht: Der Unternehmer Jürgen Schneider war noch vor Abschluss der Bauarbeiten Pleite gegangen. Durch die Insolvenz Schneiders wurde einer der größten Bauskandale der deutschen Geschichte bekannt: Der Immobilienunternehmer hatte Pläne gefälscht und nicht existente Mieter erfunden, um an Kredite zu kommen. Handwerker-Rechnungen in Höhe von 50 Millionen Deutsche Mark (etwa 25 Millionen Euro) konnten nicht beglichen werden. Im Rahmen der Insolvenz sagte der damalige Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper auch den berühmten Satz: „Wir reden hier eigentlich von Peanuts.“ Damit schaffte er das Unwort des Jahres 1994 – und machte die Zeilgalerie schlagartig bekannt.

Auf der Fläche des Shoppingcenters soll nun ein Neubau entstehen. Einen Mieter gibt es schon: Sieben der acht Etagen des neuen Gebäudes will Galeria Kaufhof anmieten. Bisher ist die Metro-Tochter ein Nachbar der Zeilgalerie. Mit den zusätzlich angemieteten Quadratmetern will Kaufhof seine Verkaufsfläche erweitern. Die Frankfurter Filiale zählt nach Metro-Angaben zu einer der umsatzstärksten von Galeria Kaufhof in Deutschland. Der Bau der neuen Immobilie soll zwei Jahre dauern. Wann genau damit begonnen wird, ist noch nicht klar.

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