Zeitpunkt der Einführung von steuerbegünstigten Immobilienaktiengesellschaften noch ungewiss
Frischer Wind für den deutschen Immobilienmarkt

Die mögliche Einführung von Reits (Real Estate Investment Trusts) in Deutschland wirft lange Schatten voraus. So stuften die Analysten von Merrill Lynch am Dienstag die Aktie der IVG Immobilien AG auf „kaufen“ hoch. Begründung: Die IVG sei derzeit der einzige deutsche Titel, der von Reits profitieren könnte.

DÜSSELDORF.Der Reit, die US-amerikanische Variante der Immobilienaktiengesellschaft, ist von der Körperschaftsteuer befreit. Dafür muss der Gewinn fast komplett ausgeschüttet werden. In Deutschland wird über eine Ausschüttungsquote von mindestens 80 Prozent diskutiert. Ob und wann die Anlageform überhaupt eingeführt wird, ist jedoch noch offen. IVG-Finanzvorstand Dirk Matthey sagt: „Ich wäre angenehm überrascht, wenn Reits bereits 2005 kämen.“

Doch zuvor muss die von Banken ins Leben gerufene Initiative Finanzplatz Deutschland (IFD) Überzeugungsarbeit leisten. Zu den Skeptikern zählt Barbara A. Knoflach, Vorsitzende des Immobilienausschusses im Fonds-Branchenverband BVI: „Anders als das Ausland hat Deutschland mit dem offenen Immobilienfonds bereits ein steuertransparentes Produkt. Damit ist das Feld besetzt.“ Von Steuertransparenz sprechen die Fachleute, wenn der Fiskus durch das Anlagevehikel auf den Kapitalgeber durchsehen kann und der Investor den Ertrag versteuert. Aus der Sicht von Klaus D. Droste, Mitglied im Executive Committee der Deutschen Bank, spielen die beiden Anlageformen dennoch auf unterschiedlichen Feldern: „Reits werden die offenen Immobilienfonds nicht ersetzen, sondern ergänzen.“

Noch schwerer wird es sein, den Finanzminister zu überzeugen. Der befürchtet Steuerausfälle, was die IFD in einem Positionspapier zu widerlegen sucht. Die Reits-Einführung soll sogar bis zum Jahr 2010 Steuermehreinnahmen von 2,6 bis 7,3 Mrd. Euro bringen, die sich danach bei 0,7 bis 1,7 Mrd. Euro einpendeln. Begründung: Reits führten zu höheren Renditen, die, sofern als Dividende ausgeschüttet, das Steueraufkommen erhöhen. Durch Reits werde brachliegendes Immobilienvermögen an den Markt gebracht, was sich nicht nur positiv auf das renditefähige Anlagevolumen, sondern auch auf die Grunderwerbsteuereinnahmen auswirke und überdies stille Reserven aufdecke und deren Besteuerung ermögliche.

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