Zinstief ist bald erreicht
Finanzkrise lässt Baugeld billiger werden

Wie sich die Zeiten ändern: Während die Profis derzeit verzweifelt nach tragbaren Finanzierungen für ihre Immobilienprojekte suchen, freut sich der kleine Bauherr über besonders günstige Konditionen für sein Immobiliendarlehen. Auf die Bauzinsen habe sich die internationale Bankenkrise positiv ausgewirkt, beobachtet Max Herbst, Chef der FMH Finanzberatung.

BONN. Die Zinsen für Immobiliendarlehen bewegen sich derzeit auf ein historisches Tief zu. Für zehnjährige Baudarlehen gibt es derzeit nach Angaben des Kreditvermittlers Interhyp Bestsätze ab 4,15 Prozent effektiv. Selbst für 15-jährige Laufzeiten müssen Kunden nur geringfügige Aufpreise bezahlen.

Grund für die niedrigeren Zinsen ist laut Herbst die geringe Inflation. Die Zinssenkungen der Notenbanken hätten zu kräftigen Käufen auf dem Anleihemarkt und fallenden Zinsen für festverzinsliche Papiere geführt. Niedrigere Leitzinsen haben zwar nicht automatisch die Senkung der Hypothekenzinsen zur Folge. Doch wenn die Währungshüter die Leitzinsen wegen der nachlassenden Inflation senken, so ist das auch ein Signal für Investoren, festverzinsliche Wertpapiere zu kaufen. In der Folge fallen dann auch die Zinsen.

Rüdiger Grimmert von der Postbank rechnet für die nächsten Monate mit weiteren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank. Auch die langfristigen Zinsen befänden sich aktuell in einem Abwärtstrend. Es sei zu erwarten, dass die Zinsen bald ihren Tiefstand erreichten. Grimmert rät Bauherren deshalb, die langfristige Festschreibung ihrer Zinssätze nicht auf die lange Bank zu schieben. Ähnlich argumentiert Interhyp-Vorstand Robert Haselsteiner. Auch er empfiehlt Bauherren, sich die derzeit günstigen Zinsen durch langfristige Laufzeiten zu sichern. Das Risiko sei begrenzt, da der Kreditnehmer nach zehn Jahren ein Sonderkündigungsrecht habe.

Immobilienbesitzer allerdings, bei denen erst im nächsten Jahr eine Anschlussfinanzierung ansteht, sollten nach Ansicht von FMH-Chef Herbst zunächst einmal in Ruhe abwarten. Denn zu Beginn des kommenden Jahres erwartet der Finanzexperte noch einmal eine kräftigere Zinssenkung. Dann rechnet er mit einer weiteren Flucht der Anleger aus Aktien, wenn verschiedene Unternehmen ihre schlechten Jahresbilanzen verkünden müssen. Deshalb seien derzeit Forward-Darlehen, mit denen man sich schon heute das Zinsniveau von morgen sichern kann, überflüssig. Dies zumal die Hauptanbieter seit Beginn dieses Monats wieder einen Zinsaufschlag für Forward-Darlehen erheben. In den vorangegangenen Monaten hatte eine Reihe von Banken diese Möglichkeit, sich gegen steigende Zinsen abzusichern, aufschlagsfrei angeboten.

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