Zukünftige Hausbesitzer haben es in Portugal nicht leicht
Bürokratie schreckt Hauskäufer ab

Die portugiesische Regierung will den Markt für Ferienimmobilien attraktiver machen. Sie lockt Käufer mit niedrigeren Grunderwerbsteuern als bisher. Die „IMT“ abgekürzte Grunderwerbsteuer wurde auf Werte zwischen zwei und acht Prozent gesenkt.

scm LISSABON.„Immobilien bis zu einem Wert von 80 000 Euro können sogar steuerfrei gekauft werden“, sagt die auf diesen Markt spezialisierte Rechtsanwältin Stephanie Müller-Bromley. Der Kauf ländlicher Grundstücke wird mit fünf Prozent besteuert. Für die Ermittlung der Grunderwerbssteuer ist es wichtig die „caderneta predial“ zu kennen. Das ist der im Grundbuch aufgeführte steuerliche Ausweis der Immobilie, der im deutschen Recht nicht bekannt ist. Auch die Grundsteuer, in portugiesisch kurz IMI genannt, ist erst kürzlich gesenkt worden. Sie liegt bei 0,8 Prozent für landwirtschaftliche Grundstücke und bei städtischen Immobilien zwischen 0,2 und 0,8 Prozent.

Doch niedrige Steuern allein machen einen Markt noch nicht attraktiv. Nils Peter Sieger, Chef der portugiesischen Immobilienberatungsfirma Finurba, warnt vor einem Haus- oder Wohnungserwerb in Portugal, vor allem aber davor selbst zu bauen: „Die Bürokratie hier ist abschreckend langsam und ineffizient. Das lohnt sich einfach nicht.“ Genehmigungsverfahren zögern sich teilweise bis zu 15 Jahre hinaus. Selbst Genehmigungen, die bereits vergeben wurden, werden unter Umständen wieder zurückgezogen, etwa wegen neuer Umweltgesetze. Vor allem auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Unternehmen klagen vielfach wegen bürokratischer Hemmnisse gegen die Regierung.

Auch den Kauf von Ferienhäusern aus zweiter Hand hält Sieger für unattraktiv: „Das macht nur Arbeit.“ Wer sich doch nicht vom Haus an der portugiesischen Küste abbringen lässt, dem rät Sieger sich direkt an die Rechtsabteilung einer Bank vor Ort zu wenden, die oft Versteigerungsobjekte zu attraktiven Preisen anbieten kann.

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