Immobilien
Zuwanderung ist nur schwer kalkulierbar

In Deutschland leben rund 82 Millionen Menschen. Wenn das auch im Jahr 2020 noch so sein soll, müsste die Zahl der Zuwanderer bis dahin von rund 200 000 auf 400 000 im Jahr steigen, hat Hansjörg Bucher vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung errechnet.

rrl BERLIN. Denn auch in den nächsten Jahren werde die Sterberate in Deutschland höher sein als die Geburtenrate. Allerdings nimmt nach einer von Bucher vor der Berliner Immobilienrunde vorgestellten Prognose die Zahl der Zuwanderer jährlich nur von 200 000 auf rund 250 000 Menschen zu. Die Konsequenz: Die Bevölkerung in Deutschland nimmt ab.

Vermutungen, dass mehr Menschen aus den neuen EU-Ländern zuwandern würden, widerspricht die Prognose, weil in diesen Ländern die Bevölkerung noch stärker schrumpfe als in Deutschland. Allerdings räumt Bucher ein, dass die Prognose über die Zuwanderung weit weniger zuverlässig ist, als die Hochrechnung der Bevölkerungsentwicklung auf Basis der Geburten- und Sterbeentwicklung. Denn aus der Altersstruktur lasse sich ablesen, dass die Geburten schon deshalb abnehmen, weil die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sinkt. Zudem geht Bucher nicht davon aus, dass Frauen künftig mehr Kinder als jetzt gebären. Im Durchschnitt bekommt jede Frau 1,4 Kinder. Um das Abnehmen der Bevölkerung ohne Zuzüge aus dem Ausland zu verhindern, müssten Frauen in Deutschland 2,1 Kinder gebären, eine Zahl, die schon seit Mitte der 70er Jahre unterschritten wird.

Dass jährlich mehr Menschen sterben als bisher, lässt sich daran ablesen, dass geburtenstarke Nachkriegsjahrgänge in ein Alter kommen, in dem die Sterberate höher ist. Daran ändert auch die gestiegene Lebenserwartung nichts. Sie führt allerdings dazu, dass das Durchschnittsalter steigt.

Allerdings wird nach einer von Harald Simons, Vorstand der Empirica AG, vorgestellten Hochrechnung die Zahl der Haushalte – aktuell knapp 32 Millionen in Westdeutschland und 7,25 Millionen in Ostdeutschland – noch weiter steigen. Dieser Prozess wird im Westen bis zum Jahr 2020, im Osten bis 2015 anhalten. In der Spitze wird die Zahl der Haushalte sich dann in einer Spanne von 33 bis 34,5 Millionen bzw. etwa 7,4 bis 7,7 Millionen bewegen. Das obere Ende der Spanne markiert eine angenommene Zuwanderung von 200 000 Menschen jährlich, das untere Ende schreibt lediglich den Trend aus der Vergangenheit fort.

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