Zuwanderungsdebatte
Votum gefährdet den Schweizer Immobilienmarkt

„Wohnungsknappheit“ war ein zentrales Argument der Befürworter einer Schweizer Einwanderungsbeschränkung. Die Immobiliengesellschaft Jones Lang LaSalle befürchtet: Das Gegenteil könnte eintreten.
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Seit 2006 kommen jedes Jahr mehr als 80.000 Einwanderer in die Schweiz. Gleichzeitig steigen die Mieten -  um etwa 19 Prozent in den letzten sieben Jahren. So ist es nicht verwunderlich, dass die Befürworter der Initiative für die Beschränkung der Einwanderung im Vorfeld der Abstimmung diese Statistik ins Feld führten. Das Gegenteil könnte mit der Annahme der Initiative nun aber eintreten – befürchtet die Immobiliengesellschaft Jones Lang LaSalle.

„Eine sehr starke Reduktion der Zuwanderung, etwa aufgrund zu scharfer Kontingente oder einer Kündigung der bilateralen Verträge mit der EU, könnte im Wohnungsmarkt rasch zu einem Überangebot führen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Immobilienunternehmens. Im Klartext bedeutet das: Weniger Migranten führen zu einer geringeren Nachfrage nach Wohnungen, günstigeren Mieten und schlechterer Bewertung von Immobilien in der Schweiz.

Jones Lang LaSalle betont, dass den Immigranten nicht die Alleinschuld für hohe Mieten gegeben werden kann. Das robuste Wirtschaftswachstum, welches mit der Einwanderung einherging, sei ebenfalls ein wichtiger Treiber gewesen. Das Immobilienunternehmen glaubt, dass die Mietpreise aufgrund vieler neuer Wohnungsbauprojekte auch ohne die Annahme der Initiative allmählich gesunken wären. Es bestehe nun vielmehr die Gefahr, dass die Mieten und die Bewertungen von Immobilien viel stärker als erhofft sinken.

Dies würde von Privatpersonen bis zu Pensionskassen all jene treffen, die einen größeren Anteil ihrer Vermögenswerte in Schweizer Immobilien halten. In einer ersten Phase würden wohl insbesondere Objekte mit Vermietungsschwierigkeiten zu kämpfen haben, doch eine solche Krise werde kaum isoliert bleiben. Deshalb müsse nun ein zu abrupter Rückgang des Zustroms ausländischer Arbeitskräfte verhindert werden.



Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " Zuwanderungsdebatte: Votum gefährdet den Schweizer Immobilienmarkt "

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  • .... ja, ja... immer noch mehr Ausländer rein..... Seit einer Woche fast täglich Einbrüche in EFH... immer wieder Rumänen...... DAS hat man unserer Politik zu verdanken!!!! Es bleibt einem schon gar nichts mehr übrig als sich zu verbarrikadieren..... und das bereits in Kleinstädtchen von 10.000 Einwohner.

  • ICH bin dabei!

  • Man mag von der Regulierung des Zuzugs halten was man will, vor allem ist es erst einmal ein demokratisch zustande gekommenes Ergebnis. Wieviele EU-Politiker wurden denn direkt (!) auf ihren Posten gewählt, die sich nun durch indirekte Anti-Demokratie Sprüche hervortun. Zur Auswirkung:
    Die Erhöhung des Wohnungangebots für Schweizer bei Reduzierung der Miete wäre eine weiterer Pluspunkt der Diskussion für breite Bevölkerungsschichten, wobei Investoren dann niedrigere Renditen hinnehmen müssten. Der Schweizer Immomarkt ist sowieso speziell und leidet unter starken Preisdruck - Kaufen und Mieten unterliegen zudem anderen, auch steuerlichen, Gegebenheiten. Dass ein Immobilienvermarkter es negativ sieht,wenn Käufer wegfallen, liegt in der Natur der Sache. Es ist zudem erstaunlich, wie schnell hierzu Meinungen gemacht werden, wenn Details der Regelungen nicht bekannt sind. Warum sollte daher ein Bürohaus in Bestlage unter Mieterschwund leiden? Das ist schwer einsichtig und sollte von diesen "Experten" fundiert statistisch belegt werden, zum bsp. an Kanda - ich bin gespannt....

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