Zwangsversteigerungen
Weniger Immobilien 2009 unter dem Hammer

Die Zahl der zwangsversteigerten Immobilien ist im ersten Halbjahr 2009 erneut zurückgegangen. Sollte sich die Krise allerdings fortsetzen, stehe ein Anstieg der Zwangsversteigerungen unweigerlich bevor, so ein Experte. Ausreißer aus der Statistik sind unter anderem Hamburg und Berlin.

HB RATINGEN/HAMBURG. An den deutschen Gerichten wurden rund 45 000 Zwangsversteigerungstermine anberaumt, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,8 Prozent, teilte der Fachverlag Argetra in Ratingen mit. Die Summe der Verkehrswerte belief sich auf 7,71 Mrd. Euro, ein Minus von 3,8 Prozent.

"Wenn sich die schwächelnde Konjunktur weiter fortsetzt, bleibt ein Anstieg der Zwangsversteigerungen unausweichlich. Dies wird frühestens 2010 spürbar", teilte Geschäftsführer Winfried Aufterbeck der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Er veröffentlicht monatlich die Versteigerungstermine an mehr als 500 Amtsgerichten. Von den Angeboten waren drei Viertel erstmals aufgerufen, die übrigen zum wiederholten Mal.

In der Statistik gibt es Ausreißer nach oben und unten: In Hamburg ist die Zahl der Termine um knapp 45 Prozent in die Höhe geschnellt, gleichzeitig hat sich der durchschnittliche Verkehrswert pro Objekt um rund 63 000 Euro auf 373 000 Euro erhöht. In Berlin nahmen die Termine um fast ein Fünftel ab, der objektbezogene Verkehrswert liegt dort bei leicht erhöhten 292 000 Euro. In der Hauptstadt gingen die Immobilien aufgrund starker Nachfrage weg - "eine Sondersituation", schreibt der Verlag.

Die neuen Länder seien in der Betrachtung der absoluten Zahlen nicht mehr Spitzenreiter in der Zwangsversteigerungs-Statistik. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergab sich dort ein Rückgang der Termine um rund sechs Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern lag es mit Minus zwölf Prozent noch darüber, ebenso in Thüringen mit Minus zehn Prozent. Werde die Anzahl der Termine pro 100 000 Einwohner zugrunde gelegt, dann seien aber beispielsweise die Termine in Sachsen trotz eines Rückgangs von sechs Prozent noch immer fast vier Mal so hoch wie in Baden-Württemberg, teilte der Verlag mit.

Auch in Schleswig-Holstein (plus 2,5 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 3,4 Prozent) kamen mehr Versteigerungstermine zustande. Im Saarland, in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen gab es nur geringfügige Veränderungen. Die versteigerten Objekte sind zu gut je einem Drittel Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Gewerbeimmobilien.

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