Zwischen Trend und Spielerei
Immobilien-Marketing per Video

Wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte, welche Geschichten erzählt dann erst ein Video? Werbespots, die bei Videoportal Youtube Millionen Downloads generieren, zeigen den Erfolg von Videofilmen als Werbeträger. Nur das Immobilien-Marketing per Video hinkt noch etwas hinterher.

DÜSSELDORF Knapp acht Millionen Einträge listet Google für den Suchbegriff „Immobilien“ in Deutschland. Wer sich hier zwischen Immobilien-Börsen, Portalen und Maklerfirmen behaupten will, braucht mehr als nur eine Internetseite mit ein paar Bildern. Immobilien-Videos sind aber noch immer die Ausnahme.

Konservativ, brav und etwas eintönig: Sieht man sich die Internetseiten von vielen Immobilien-Portalen an, so erwecken diese oft den Eindruck, als hätte das multimediale Zeitalter noch gar nicht begonnen. Vielleicht ein paar Fotos, schlecht belichtet und kaum etwas erkennbar – das muss reichen, um den potenziellen Käufer von der „idyllischen Lage und dem zauberhaften Charme“ des neuen Hauses zu überzeugen.

Seit Februar können Makler auf » www.immowelt.de ihren Immobilien-Exposés erstmals einen Sequenzclip hinzufügen. Die etwa einminütigen Clips bestehen aus einer Bilderserie von rund 15 Fotos, die mit Musik unterlegt und von einem Sprecher kommentiert werden. Immowelt-Sprecherin Barbara Schmid: „Unsere User sind von den Videoclips sehr angetan. Generell haben wir die Erfahrung gemacht, dass alles, was eine Immobilie visualisiert, begeistert angenommen wird.“ Die Entscheidung gegen Videospots und für die abgespeckte Variante in Form von Clips lag für Immowelt in den unterschiedlichen Kosten. Barbara Schmid: „Sequenzen genügen, um einen Eindruck von einer Immobilie zu bekommen. Außerdem sind Produktionskosten von mehreren tausend Euro für die Massenvermarktung einfach zu teuer.“ Repräsentative Verkaufsstatistiken über Video-Immobilien-Exposés gibt es noch nicht, dafür ist diese Form der Verkaufsförderung noch zu jung.

Für Daniel Görs, Leiter Corporate Communications bei www.immonet.de, sind die Videoapplikationen eine bloße Spielerei. Trotzdem wird Immonet das Videofeature noch im Frühjahr dieses Jahres anbieten. „Anders als bei den derzeitigen Lösungen im Markt werden bei Immonet dann tatsächlich Videos integriert, und nicht lediglich mehrere statische Fotos in einer Art Sequenzclip aneinander gereiht.“

Auch Deutschlands Marktführer, » www.immobilienscout24.de, stellt das Videofeature zur Verfügung. Hier wird es dem Makler aber selbst überlassen, was er hochladen will – ganz gleich ob Homevideo, Videoclips oder ein professioneller Werbespot. Auf die Applikation von Videofilmen setzt auch www.immomaps.de, wenngleich die Seite bislang erst dünn damit bestückt ist. Die Videos sind hier aber keine Aneinanderreihung von Bildern, sondern eine durchgehende virtuelle Hausführung. So lernt man auch gleich den Hausherren kennen, der die Besichtigungstour natürlich persönlich führt.

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in einigen Ländern aus der Vermarktung nicht mehr wegzudenken. In den Niederlanden haben sich die Immobilien-Videoclips mittlerweile bereits zu einem Standard etabliert. Hier bietet zum Beispiel das Immobilienportal der nationalen Tageszeitung „De Telegraaf“ seinen Kunden diesen Service an. Auf » www.woonkrant.nl und » www.woonkrant.tv können die Immobiliensuchenden so eine erste Kurzbesichtigung der Immobilien durchführen – rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche.

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