Die Auswirkungen der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt belastet die Stimmung an den Aktienmärkten, bremst aber nicht die Zuversicht vieler Top-Manager. Denn die kaufen immer noch kräftig Aktien ihres Unternehmens. Das Insider-Barometer legt weiter zu und ist um zehn auf insgesamt 165 Punkte gestiegen. Das ist vor dem Hintergrund der Finanzkrise aber nur auf den ersten Blick erstaunlich.
Illustration: Handelsblatt
HB DÜSSELDORF. „Die Handelsaktivität der Insider ist weiterhin hoch, insbesondere was die Transaktionsanzahl angeht“, sagt Rüdiger von Nitzsch vom Forschungsinstitut für Asset Management der RWTH Aachen. Dabei übersteigen die Käufe der Insider immer noch deutlich die Verkäufe.
Das Insider-Barometer bildet die Transaktionen von Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren Angehörigen in 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und des SDax ab. Das Forschungsinstitut für Asset Management berechnet in Zusammenarbeit mit der Commerzbank exklusiv für das Handelsblatt den Index, der nun auf das höchste Niveau der vergangenen vier Jahre gestiegen ist. „Die Insider haben also ein zunehmend stabiles Zutrauen in einen weiteren positiven Verlauf des Aktienmarktes“, sagt Rüdiger von Nitzsch. Gerrit Weber, Leiter des Wertpapiermanagements der Commerzbank sagt: „Die sehr positive Stimmung der Insider deckt sich mit unserer Markteinschätzung.“
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Das ist vor dem Hintergrund der Krise aber nur auf den ersten Blick erstaunlich. „Die Auswirkungen der aktuellen Vertrauenskrise auf den breiten Aktienmarkt sollte begrenzt bleiben“, sagt Weber. Er gesellt sich zu der langen Liste positiv gestimmter Aktienprofis. Nach einem Bericht des Handelsblatts sehen viele Experten im Kurssturz der vergangenen Wochen eine übermäßig harte und vor allem undifferenzierte Reaktion. Doch nach den „Verlusten auf breiter Front“ gelten Firmen abseits der Subprime-Krise als lukrative Werte. Börsenprofis sehen Kurspotenzial
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Auch Gerrit Weber hält die Rahmenbedingungen für Aktien weiterhin hervorragend, besonders in Europa. Bis Jahresende erwartet er höhere Aktienkurse: „Unser mittelfristiges Dax-Ziel von 10 000 Punkten bis Mitte 2009 bleibt unverändert bestehen", sagte er dem Handelsblatt.
Größter Directors-Deal der vergangenen zwei Wochen war der Kauf von Hawesko-Anteilen durch die Tocos Beteiligung GmbH für über 3,6 Millionen Euro. Deren Geschäftsführer Detlev Meyer hat damit seine Beteiligung an der börsennotierten Weinhandelsgruppe auf mehr als 20 Prozent ausgebaut. Schon Ende Juni hatte Meyer, gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied, für rund 800 000 Euro Anteile gekauft. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie ein Plus von 17,58 Prozent hingelegt. Die letzten drei Monate konnte sie noch ein Plus von rund zwei Prozent schaffen.
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Das höchste Transaktionsvolumen in Relation zur durchschnittlichen Marktkapitalisierung hat die H+Z Beteiligungs GmbH erreicht, indem sie für 800 000 Euro den Pennystock Cinemaxx AG gekauft hat. Das waren immerhin rund 10,5 Prozent der Aktien. Allerdings hatte die Aktie bereits einige Höhen und Tiefen hinter sich. Immerhin 40 Prozent Kursschwankungen im vergangenen Monat.
Insiderbarometer: Hinweis in eigener Sache
Der Index wird wöchentlich berechnet, betrachtet aber immer die Director´s Deals der vergangenen 14 Tage. Dadurch kann es bei der wöchentlichen Berichterstattung zu inhaltlichen Überschneidungen kommen.
