07.12.2009

Insider-Barometer: Top-Manager misstrauen der Rally

Die an den Aktienmärkten von vielen erwartete Jahresendrally halten Deutschlands Topmanager für wenig realistisch. Das zeigt sich an ihren Aktienorders der vergangenen beiden Wochen, die sie an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen.

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Welche Vorstände Aktien vom eigenen Unternehmen Kaufen oder verkaufen verrät das Insider-Barometer. Quelle: Handelsblatt

Welche Vorstände Aktien vom eigenen Unternehmen Kaufen oder verkaufen verrät das Insider-Barometer. Quelle: Handelsblatt

FRANKFURT. Nur zwei Käufe - dazu in übersichtlichen Größenordnungen - wurden aus den insgesamt 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax gemeldet. Auf Verkaufsseite haben die Volumina dagegen kräftig angezogen. Gleich vier Orders in Millionenhöhe wurden zuletzt bekannt.

Das Insiderbarometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, notiert damit weiter bei niedrigen 86 Punkten.

Für die Börsen bedeutet das, dass diese Gruppe, die gewöhnlich einen sehr guten Einblick in die Entwicklung ihrer Unternehmen hat, das Potenzial am Aktienmarkt für weitgehend ausgeschöpft hält und stattdessen eher dazu neigt, auf dem aktuellen Niveau Papiere zu verkaufen. Immerhin hat der Dax trotz der Krise seit Jahresanfang fast 20 Prozent an Wert gewonnen.

Steuer spielt eine bedeutende Rolle für Verkäufe

"Steuerliche Argumente können dabei eine Rolle spielen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Wer Verluste aus Aktiengeschäften von der Steuer absetzen will, muss in diesem Jahr verkaufen.

Beim größten Verkauf stand dieser Aspekt vermutlich nicht im Vordergrund. Für 19 Mio. Euro haben sich bei Centrotherm zwei Beteiligungsgesellschaften von Vorstand Hans Autenrieth von Papieren getrennt. Der Kurssprung seit Mitte November um zehn Euro auf über 40 Euro dürfte der Anlass gewesen sein. Die Centrotherm-Vorstände hatten bereits in der Vergangenheit mehrfach Aktien des Unternehmens verkauft.

Auffälligster Dax-Wert der vergangenen beiden Wochen war ein weiteres Mal die Deutsche Bank. Nach mehreren Insiderverkäufen seit dem Spätsommer hat diesmal Pierre de Weck Papiere im Wert von über 1,6 Mio. Euro verkauft. Auffällig ist schon seit geraumer Zeit, dass bei Erreichen der 50 Euro-Marke für die Aktie Topmanager Papiere abgeben. Die Analysten von Commerzbank Wealth Management sehen dagegen angesichts der günstigen Bewertung weiteres Kurspotenzial.

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Kommentare (1)

  • 07.12. 13:46Spam melden
    [1] xnuk

    Vor allem wird ja die Jahresend - Rallye von
    den "Experten" erwartet, die am Verkauf von
    Fondsanteilen verdienen ... ^^

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