Trotz der volatilen Aktienmärkte zeigen Deutschlands Top-Manager weiter hohes Vertrauen in ihre Aktien. Innerhalb von zehn Handelstagen haben 105 Insider Wertpapiere ihres Unternehmens gekauft – die höchste Zahl seit einem Jahr. Die Krones-Aktie ist seit dem millionenschweren Kauf des Vorstandschefs bereits deutlich gestiegen.
Die Korrekturphase an den Börsen haben Deutschlands Unternehmensführer mehrheitlich zu Käufen genutzt. Entsprechend ist das Insider-Barometer weiter gestiegen und liegt bei rund 146 Punkten (Stand 21.8.2007) gut sieben Punkte höher aus eine Woche vorher. Das Barometer bezieht sich auf die Käufe und Verkäufe der zurückliegenden zwei Wochen.
Der Wert des Barometers liegt seit mehr als sechs Wochen über 110 Punkte. Ab diesem Indexstand liefert es auf Sicht von drei Monaten ein strategisches Kaufsignal. „Auffällig ist vor allem die Breite der Käufe, die sich in der Anzahl der Unternehmen niederschlägt, in denen Insider kaufen“, sagt Olaf Stotz von der Fifam.
Den Top-Kauf mit dem höchsten Volumen hatte Krones-Vorstandschef Volker Kronseder getätigt. Er nutzte die zwischenzeitliche Marktnervösität aus und erwarb Aktien im Wert von mehr als 3,8 Millionen – davon allein 3,5 Millionen Euro am 15. August. An diesem Tag notierten die Aktien auf dem tiefsten Stand seit Ende April 2007. Für Kronseder ein lohnender Deal: Die Aktie sind – unter Berücksichtigung des Aktiensplitts im Verhältnis 1:3 – von 49,95 Euro um knapp zehn Prozent gestiegen. Die Familie Kronseder ist laut Angaben auf der Webseite des Unternehmens mit 53,1 Prozent Mehrheitsaktionär bei dem Hersteller von Abfüll- und Verpackungsmaschinen.
Die Analysten der Commerzbank sind weiterhin von der hohen Qualität des MDax-Wertes überzeugt, halten die Aktie aufgrund der sehr guten Performance im laufenden Jahr im Vergleich zum Sektor aber für teuer bewertet. Zumal die Geschäftszahlen von Krones für das zweite Quartal gemischt ausfielen. Ähnlich fallen die Daten des Handelsblatt-Analystencheck-Tools mit Analysen von Banken und unabhängigen Research-Instituten aus. Das durchschnittliche Kursziel von 14 Studien liegt mit gut 58 Euro nur knapp über dem aktuellen Kurs.
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Der höchste Insiderkauf in Relation zur durchschnittlichen Marktkapitalisierung fand bei der Nordwest Handel AG statt. Bei diesem Unternehmen hatten die Aufsichtsratsmitglieder Eberhard Frick (stellvertretender Vorsitzender) und Hubert Grevenkamp für mehr als 183 000 Euro Aktien des Unternehmens gekauft. Insgesamt belief sich die Transaktion auf 0,72 Prozent des gesamten Unternehmenwertes.
Vom Volumen her gab es in dem zweiwöchigen Zeitraum einen spektakulären Top-Verkauf. Der ehemalige Premiere Chef Georg Kofler hat für 22,8 Millionen Euro Anteilsscheine veräußert. Seit dem Verkauf ist die Aktie um mehr als zehn Prozent gefallen. Die Analysten der Commerzbank bleiben bei ihrer positiven Meinung für ihre Aktie. „Das Marketingtalent von Herrn Kofler wird zwar nun fehlen, aber der neue CEO dürfte mehr Ruhe in das Unternehmen bringen und die Volatilität in der Aktie entsprechend abnehmen“, heißt es in einer aktuellen Studie. Auch die anderen Experten sehen laut Handelsblatt-Analystenchecktool noch weiteres Potenzial für die Aktie des Bezahlsenders. Das durchschnittliche Kursziel von elf Analysten liegt mit 21 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von 17 Euro.
Der höchste Top-Verkauf in Relation zur durchschnittlichen Marktkapitalisierung fand bei der Abacho AG statt. Dort hatten Vorstandschef Ingo Endemann und Aufsichtsrat Karl Ulrich Hertel ihren knapp 30-prozentigen Anteil am Unternehmen für 16,7 Millionen Euro veräußert. Hintergrund ist ein Übernahmeangebot der Holtzbrinck Networks GmbH, Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Holtzbrinck, zu der die Verlagsgruppe Handelsblatt (unter anderem Handelsblatt und Wirtschaftswoche) gehören. Dieses Angebot hatten die Abacho-Anteilseigner angenommen.
Insiderbarometer: Hinweis in eigener Sache
Der Index wird wöchentlich berechnet, betrachtet aber immer die Director´s Deals der vergangenen 14 Tage. Dadurch kann es bei der wöchentlichen Berichterstattung zu inhaltlichen Überschneidungen kommen.
